Mittwoch, 21. September 2016

Das Haus mit den sieben Giebeln

Manesse Verlag, 509 Seiten

Nathaniel Hawthorne lebte von 1804 - 1864 und entstammte einer alten Puritanerfamilie. Sein Großvater war einer der Richter bei den Hexenprozessen von Salem. Dieses Ereignis inspirierte viele Künstler und es entstanden einige Bücher und Filme mit Adaptionen des Thema. Arthur Miller nahm es beispielsweise in sein Drama "Hexenjagd" auf, auch  nimmt H.P Lovecraft in verschiedenen Werken Bezug auf die Prozesse. Die vor kurzem erschienene Serie American Horror Story befasst sich ebenso mit diesem Thema. Heute ist die Stadt Salem eine Art Disneyland für alles Okkulte. Den ganzen Oktober lang finden dort die Salem Haunted Happenings, die sogenannten Spuktage, statt. Überall in der Stadt werden Straßen für den Verkehr gesperrt, es gibt ausgelassene Umzüge, Veranstaltungen und Führungen. Seinen Höhepunkt hat der Spuk am 31. Oktober zu Halloween, dann strömen besonders viele Menschen in die Stadt. 

Ein guter Zeitpunkt also mal das Buch zu lesen, denn es stand schon jahrelang auf meiner Liste. Manche Instagram - Follower wissen bereits, dass mir das Buch sehr gut gefallen hat, ich habe es auch gleich in meine Topliste aufgenommen und gestern auch auf Englisch bestellt. Das Haus mit den sieben Giebeln erschien 1851 und ist ein typisches gothic novel - Werk, schlägt man das erste Kapitel auf, wird man gleich verzaubert von dessen dunkler Atmospäre. 

Die Hauptfigur in diesem Roman bildet nicht ein Mensch, sondern wie eben der Titel schon verrät das Haus mit den sieben Giebeln. Seit Generationen ist es schon im Besitz der kauzigen Familie Pyncheon, von denen es allerdings nicht mehr so viele gibt. Allein die alte Hebzibah fristet ein Dasein in Armut und weilt in den schattigen Plätzen im Garten. Da kein Geld mehr für Renovierungen vorhanden ist, modert das Haus vor sich hin und beflügelt manch Spaziergänger für mystischen Dorfklatsch. Dazu trägt aber nicht nur das Äußere bei, sondern auch die Vergangenheit. 

"Gott wird ihm Blut zu trinken geben!" So verflucht Mathew Maule Ende des 17. Jahrhunderts den Oberst der Pyncheons, weil dieser ihn als Hexer hängen lässt, um an seine Ländereien zu gelangen. Als der Oberst dann bei der Einweihung des Hauses stirbt, ist man sich sicher, dass man sich ab nun von dem Haus und der Familie fernhält. 

Als eines Tages jedoch Hepzibah's entfernte Cousine Phoebe auftaucht, erhellt ihr frisches und ungezwungenes Wesen das Haus und auch der Leser verspürt einen Hoffnungsschimmer für ein Happy End. 

Meine Meinung:

Ich liebe alles Mystische und kriege von solchen Büchern & Filmen nie genug. Meine Büchersammlung besteht aus einem gr. Teil aus Autoren wie Sir Arthur Conan Doyle, Agatha Christie, H.P Lovecraft und anderen Gothic-Novel Autoren. Das Haus mit den sieben Giebeln trifft genau meinen Geschmack! In die alte Hepzibah hab ich mich sogleich verliebt, sie wird zu Beginn als hässliche und gemeine Hexe beschrieben, mit der man sicher keinen Kaffee trinken will. Allerdings fällt der Schleier im Verlaufe der Geschichte und als Leser bekommt man richtig Mitleid mit ihr. Wie der Autor diese hagere Gestalt beschreibt und auch die Umgebung und Atmosphäre dieser Lektüre ist eine eigene Form von Ästhetik. Das muss einem einfach gefallen. Ein Tisch ist in diesem Buch nicht einfach nur ein Tisch, er ist dem Tode geweiht. Über allem schwebt etwas Mysthisches und Geheimnisvolles. Nathaniel Hawthorne ist in seiner Erzählweise wie ein alter Magier, der dem Leser eine dunkle und rätselhafte Welt vorführt. Ich wollte ihn einfach stellenweise küssen XD. Bei seinen verschachtelten Sätze kann es da schon mal vorkommen, dass ein Satz eine ganze Seite einnimmt. Wer damit keine Freude hat und lieber Bücher liest, in denen er Action oder Dauerschauer erwartet, den kann ich nur enttäuschen, denn hier wird Stück für Stück ein Geheimnis gelüftet, ohne viel Handlung zu beinhalten. Das Buch besticht durch seine schöne Sprache und einzigartige Stimmung und hat mich einfach sehr verzaubert. 

★ verschlungen!

Montag, 12. September 2016

Montagsfrage

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Eine Aktion von Buchfresserchen















Die heutige Montagsfrage lautet: Was muss ein Buch haben, um für dich als Lese-Highlicht zu gelten?

Manchmal ist es irgendwie auch gar nicht so leicht ein Buch zu bewerten, oft hatte ich da enorme Schwierigkeiten. Es gibt halt auch so viele Bücher, die mittelmäßig sind, man kann weder sagen, dass sie schlecht, noch gut sind, aber etwas fehlt ihnen. Für mich machen viele Faktoren ein Buch zum Highlight! Am wichtigsten ist eine gute Geschichte, wenn die langweilig oder unglaubwürdig ist, dann lese ich so ein Buch auch einfach nicht weiter und breche ab. Der Autor/ die Autorin sollte für mich auch außergewöhnlich gut schreiben können!! Er bzw Sie muss sich abheben von der Masse und etwas Besonderes haben. Spannend muss ein Buch für mich nicht unbedingt sein, aber dafür muss es dann anders süchtig machen, beispielsweise durch interessante Charaktere oder eine schöne Atmosphäre haben.

Die Montagsfrage ist eine Aktion von Buchfresserchens Blog, jeden Montag kann man mitmachen ;)

Montag, 29. August 2016

Der Fremde

wer düstere Bücher mag, gerne Geschichten über Leben und Sterben liest, dem sei dieses Buch empfohlen!


Seit Mitte Juni bin ich nun auch Mitglied in einem Buchclub jippy! Schon länger war ich auf der Suche nach einem Buchclub in Graz aber leider gab es einfach nichts, deswegen hab ich einfach meinen eigenen gegründet!


Buchclub - wie geht das?

Bücherclubs bzw Lesezirkel sind in Amerika schon lange ein Massenphänomen. Es soll dort angeblich drei bis vier Millionen Book Clubs geben. Ein Buchclub ist etwas, wo sich Literaturbegeisterte treffen und austauschen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass ab 5 Personen die schönsten Diskussionen zustande kommen, aber zu viele Leute sollen es auch nicht werden, weil es sonst schwierig wird eine geeignete Lokation zu finden. Man trifft sich oft in Cafes, zu Hause oder bei Schönwetter sind auch Treffen im Park möglich.Bei der Auswahl der Bücher beschränkt man sich auf Bücher, die zum Beispiel in einem Monat (oder bis zum nächsten Treffen) von jedem Mitglied schaffbar sind. Wie oft diese Treffen stattfinden, kann man sich ja dann ausmachen.

Mein Buchclub hat mittlerweile etwa 18 Mitglieder und das erste Treffen ist geschafft. Es gibt immer eine Person, die das Treffen moderiert und 10 Fragen vorbereitet, die eine schöne und interessante Diskussion anstimmen sollen.  Unser Club liest nur Klassiker, dann wird abgestimmt welches Buch gelesen wird. Jeder darf Bücher vorschlagen. Facebook macht es gut möglich in einer Gruppe zu kommunizieren ;)

Vielleicht habt ihr jetzt Lust bekommen auch euren eigenen Buchclub zu gründen? Oder habt ihr schon einen?? Wie läuft das bei euch so ab? 

Unser erstes gelesenes Buch war Albert Camus "Der Fremde". Insgesamt kam das Buch bei allen Lesern gut an, wobei wir uns am Ende doch einig waren, dass man es nicht jedem weiter empfehlen könnte. Es ist ein Buch, das Leser, die gerne tiefgründige Literatur mögen und über das Leben nachdenken, erfreuen wird und nichts für Leser, die mit Schwermütigkeit so ihre Probleme haben. 

Das 1942 erschienene Buch ist eines der Hauptwerke des Existenzialismus (eine philosof. Strömung in Frankreich nach dem 2. WK). Darin geht es vor allem um die allgemeine Geisteshaltung, die den Menschen als Existenz im Sinne der Existenzphilosophie auffasst. In Begriffen wie Geworfenheit, Selbstentwurf, Freiheit und Selbstbestimmung zeigt sich die Zentrierung des Existentialismus auf das Problem der Befreiung des Menschen zu seinen eigenen Möglichkeiten hin. 

Im Roman wird die Geschichte des introvertierten und gefühlskalten Protagonisten Mersault erzählt. Dieser sitzt nach einem Mord im Gefängnis und wartet auf die Todesstrafe. Im Stile eines Inneren Monologes wird erzählt, was sich davor alles zugetragen hat. Mersault zeigt sich als antriebsloser Mensch, der so in den Tag lebt. Er hat keinen Anteil an Gefühlen und ist total unempathisch. Der Tod der Mutter betrifft ihn nur deswegen, weil er sich um das Begräbnis kümmern muss. Am selben Tag fängt er eine Affäre mit Marie an. Auch ihr gegenüber bleibt er kalt und distanziert. 

Als er sich eines Tages mit dem Zuhälter und Nachbarn anfreundet, wird er in dessen Probleme verwickelt. Mersault wird durch einen lächerlichen Zufall zum Mörder und zum Tode verurteilt. Die zweite Hälfte des Buches behandelt dann den Prozess. Erst dort wird er empfänglich für die zärtliche Gleichgültigkeit der Welt.  


Meine Meinung:

Camus Philosophie beinhaltet den Gedanken, dass das menschliche Leben keine Bedeutung hat. Das einzig Sichere im Leben ist das Sterben, der Tod. Alle Menschen werden sterben, daher sind alle Leben gleich bedeutungslos. Dies wird Meursault zum Ende des Romans bewusst – er realisiert, so wie er bedeutungslos für das Universum ist, ist die universelle Welt bedeutungslos für ihn. Wie alle Menschen ist er geboren, wird sterben und für die Welt keine langfristige Bedeutung haben. Der Tod ist unabdingbar und es ist egal, ob er jung oder alt stirbt. Erst als er dies begreift, ist ihm bewusst, dass er glücklich ist – und bis dahin auch glücklich war. Seine letzten Tage kann er nun ohne falsche Hoffnungen auf eine mögliche Gnade leben. 

Die ersten Seiten sind etwas gewöhnungsbedürftig, man findet nicht sofort in die Geschichte. Die kurzen Sätze wirken manchmal abgeschnitten und es dauert lange bis man sich an diese Schreibart gewöhnt hat. Danach beginnt das Buch Spaß zu machen, die inneren Monologe des Protagonisten sind bis zum Schluss authentisch und es gibt in seinem Handeln keine Überraschungen, er bleibt konsequent. Mersault ist sicher kein Protagonist, mit dem man sich als Leser identifiziert, aber seine Weltansichten sind irgendwie interessant. 

Fazit: 

Von mir bekommt das Buch 4 Sterne, es ist sehr lesenswert, aber sicher nicht für jeden Leser tauglich. Manchmal ist es sehr düster und die Stimmung ist bedrückend und aussichtslos, das muss man mögen. 

★ sehr lesenswert :)



Meinung der anderen Buchclub-Mitglieder: (Namen geändert)


Sebastian sagt:

"ich konnte mich gut mit dem Protagonisten identifizieren, seine Denkweise ist sehr nachvollziehbar. Das Buch ist eines, der authentischsten Bücher, die ich bis dato gelesen habe. Ich würde es jedem empfehlen, der gerne Klassiker liest, aber unter Depressionen sollte man nicht leiden"


Caro sagt:

"Ich liebe alle Bücher von Camus, besonders der Existenzialismus interessiert mich als Thema in Büchern. Ich mag diese karge Art zu schreiben, es wird nur gesagt, was wirklich wichtig ist. Auch ich würde es nicht jedem empfehlen, weil es teilweise schon sehr schwermütig ist" 


Julia sagt:

"Nochmals werde ich das Buch wahrscheinlich nicht lesen, ich finde diese Art zu denken (Existenzialismus) sehr deprimierend. Ich habe das Buch zwar sehr schnell gelesen, aber der Ich-Erzähler konnte keine Sympathie bei mir wecken. Nachgedacht hab ich erst während der Diskussion wirklich darüber. Dieses Buch empfielt man auf jeden Fall nicht jedem" 

Donnerstag, 18. August 2016

Lolita

Sollte man Lolita wirklich lesen?

An einem langweiligen und verregneten Sonntag, von denen es ja in diesem Sommer nur so wimmelt, bin ich irgendwie auf die Verfilmung von Adrian Lyne gestoßen, den Film fand ich so wunderbar und Dominique Swain hat mich in ihrer Rolle als Lolita sehr beedindruckt, also musste doch das Buch auch irgendwie reizend sein. Den Film kann ich wirklich empfehlen!!

Somit war dann sehr schnell auch das 1955 erschienene Buch mit knappen 710 Seiten bei mir zu Hause. Der Rowohlt Verlag hat noch die Ausgabe mit dem schönen Vintage - Bild am Cover. Diese Ausgabe enthält noch ein Nachwort vom Herausgeber und vom Autor, außerdem eine sehr lange Liste mit Anmerkungen, diese sind auch notwendig, außer man beherrscht Französisch. Außerdem handelt es sich beim Protagonisten um einen Mann, der nicht immer klar im Kopf ist und da manche seiner Aussagen im Sinne seiner Leidenschaft entstehen, sind sie nicht immer so leicht zu interpretieren. Stellenweise machen sie wirklich keinen Sinn, da hilft dann die ein oder andere Anmerkung sehr gut weiter! Bei diesem Buch ist es also wichtig eine Ausgabe mit Nachwort und Anmerkungen zu haben!


Der Name des Protagonisten Humbert Humbert ist irgendwie unangenehm und suggeriert, dass es sich eigentlich um einen widerwärtigen Menschen handelt. (mehr zur Namensgebung schildert der Autor im Nachwort auf Seite 587) Humbert Humbert ist vom Beruf Duftwasserhändler und Literaturwissenschaftler, er ist versnobbt und ein kleiner Ästhet. Seine Sprache ist gehoben und er neigt zu intensiven Tagträumen in denen er sich voller Leidenschaft verliert, denn nur dort ist es ihm gestattet seine sexuelle Neigung auszuleben. Er sitzt also häufig im Schatten eines Baumes auf einer Spielplatzbank und beobachtet kleine Mädchen, die für ihn das gewisse Etwas haben. Er gibt ihnen sogar eine eigene Bezeichnung und spricht von Nymphetten. Humbert ist stets diskret und geht nie zu weit, es kommt zu keinen Berührungen, da er die "Reinheit" dieser Mädchen nicht antasten will.

Eines Tages jedoch erhält er ein Jobangebot und zieht daraufhin in eine Kleinstadt names Ramsdale, in das Haus der Witwe Charlotte Haze, wo er schließlich auf Lolita, ihre Tochter trifft. Obwohl ihm das Haus so gar nicht geheuer erscheint, er sogar richtig angewidert davon ist, bleibt er weil Lolita ihn mit ihrer Schönheit verzaubert. Für Humbert ist das 12 jährige Mädchen eine idealtypische „Nymphette“ und er geht sogar so weit, dass er Charlotte Haze ehelicht, um in Lolitas Nähe zu sein.

Um den ehelichen Pflichten zu entgehen verabreicht er seiner Frau Charlotte Haze heimlich Schlafmittel. In seinem Arbeitszimmer führt er Tagebuch in welches er alle seine kranken Gedanken notiert. Als Charlotte es liest, macht sie eine Szene und flieht aus dem Haus. Wenige Augenblicke später stirbt sie dann bei einem Unfall und Humbert Humbert macht sich mit Lolita auf und die beiden fahren queer durch die USA. Auf diesem Roadtrip wird dem Leser schnell klar, dass Humbert nur ein Opfer ist, denn Lolita ist es, die bestimmt. Aufgrund seiner Leidenschaft für sie ist ihr der 35-Jährige total ergeben.

Lolita, Licht meines Lebens, Feuer meiner Lenden. Meine Sünde, meine Seele. Lo-li-ta: die Zungenspitze macht drei Sprünge den Gaumen hinab und tippt bei Drei gegen die Zähne. Lo.li.Ta.

Über zwei Jahre sind die beiden unterwegs bis sie eines Tages merken, dass ihnen jemand folgt. Expressionistisch beschreibt der Ich-Erzähler die Farben der Autos, die immer einige Meter hinter ihm fahren. Auch Kleidung, Landschaft und Lichtverhältnisse werden in diesem Stil erläutert. Humbert hält den Verfolger abwechselnd für einen Detektiv, Nebenbuhler oder eine Ausgeburt seiner Paranoia. Um nicht zu viel zu verraten, liest man einfach selber weiter was mit Humbert und Lo im letzten Viertel des Buches passiert!

Meine Meinung: 

Humbert erzählt seine tragische Geschichte aus dem Gefängnis, es folgt am Beginn der Prosa-Erzählung eine kurze Biographie seines Lebens. An dem Punkt, wo er schließlich Lolita kennenlernt, setzt dann die eigentliche Geschichte ein. Als Leser entwickelt man zwar keine besondere Sympathie für ihn, aber auch keine wirkliche Abneigung. Egal, was zwischen ihm und der minderjährigen Lolita in einem der vielen Motels läuft, in die sie auf ihrer Reise absteigen, der Leser kann es nur vage erörtern. Nabokov schildert keine Sexszenen oder Perversionen, vielmehr geht der Ich-Erzähler in Bewunderungen auf. Er schwärmt pathetisch von Lolitas unterentwickeltem Körper, von ihrem weichen Haar und der Haut. Auch als Lolita im Verlauf der Geschichte reift und erwachsen wird, ist der Protagonist noch voller Liebe für sie, was heißt, er liebt sie 200%ig.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist eine schöne und poetische Sommerlektüre, die sich leicht und schnell liest. Manche Sätze machen zwar keinen Sinn, aber durch das Nachwort wird man aufgeklärt, was gemeint sein könnte. Am Anfang haben mich auch die vielen französischen Wörter etwas gestört, weil man ständig nachschauen musste, was das jetzt nun wieder heißt, aber da kommt man mit der Zeit irgendwie rein.

Fazit:

Lolita ist eine interessante Geschichte, die Thematik sollte einen nicht abschrecken das Buch zu lesen! Obwohl es hier um Pädophilie geht, liest man das Buch total gerne, weil Nabokov irgendwie generell das Thema Beziehungen in seine Erzählung aufnimmt. Leidenschaft, Abhängigkeit und Vorteile werden kritisch kommentiert.

sehr lesenswert :)

Sonntag, 17. Juli 2016

Dieser Blog hat Sommerpause !!!!!




Liebe Leser! Da ich den restlichen Sommer in Finnland verbringen werde, hat dieser Blog Sommerpause! Ich freue mich schon auf das Beeren-Sammeln, Wandern und auf meine Freunde im hohen Norden. Ihr könnt gern im Archiv stöbern, bei Gelegenheit kommt aber vielleicht doch der ein oder andere Beitrag :) Ich wünsche Euch  allen einen schönen Sommer, wir lesen uns im Herbst wieder.

Bis dahin könnt ihr bald auf Philea's Blog meinen Bücherkoffer bewundern :) Ihr Blog zählt zu meinen Favoriten !

 Tinka

Montag, 11. Juli 2016

Sommerliche Pasta

Sommerliche Pasta, einfach lecker!

Wenn man jetzt Mitte Juli auf den Markt geht, bekommt man das aromatischste Gemüse: Tomaten, Zucchini und Melanzani schmecken nur im Sommer gut. Nach dem Marktbesuch gabs  bei mir eine lecker Pastasauce, die förmlich nach Sonne und Sommer schmeckt ! Ich liebe diese Kombination aus fruchtigen Tomaten, Melanzani, Zucchini und reifen säuerlichen grünen Oliven...mmmh! Für das Gericht braucht man nur eine Pfanne und einen Kochtopf für die Nudeln. 


Zutaten:

1 kleine Zucchini
1/2 Melanzani
4-6 fleischige grüne Oliven
Olivenöl
100 g geriebenen Parmesan
frisches Basilikum
Petersilie, Thymian, Oregano, Majoran (frisch oder getrocknet)
Salz und Pfeffer
ca 100 ml Marsala (Likörwein) zum Ablöschen
250 ml Tomatensauce
1/2 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Tomatenmark 

Nudeln (Fusilli)


Die Zwiebel fein hacken und in etwas Olivenöl glasig anbraten, Zucchini und Melanzani von den Stilen befreien und in grobe Stückchen schneiden. Anschließend zu den Zwiebeln in die Pfanne geben und mit etwas Salz, Pfeffer und getrockneten italienischen Kräutern würzen und anbraten. Wenn das Gemüse gut riecht und leicht gebräunt ist, gibt man etwas Tomatenmark dazu und löscht das ganze mit Marsala ab. Dann gießt man die Tomatensauce dazu und gibt die Knoblauchzehe und die Oliven hinein. Herd zurückdrehen und etwas einköcheln lassen. Mit frischen Kräutern würzen. Zum Schluss etwas geriebenen Parmesan in die Sauce einrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Nudeln nach Packungsanleitung kochen, gut abseihen und mit der Sauce servieren. Mit frischem Basilikum und geriebenem Parmesan garnieren.

Buon Appetito!

Sonntag, 26. Juni 2016

Drop City



T.C Boyles Bücher sind immer eine Überraschung, man weiß einfach nie, was einen erwartet, wenn man sich auf ein Buch des in Peekskill, N.Y geborenen Schriftstellers einlässt. Eines ist aber gewiss: Langweilig wird es mit seinen Geschichten niemals!

Die New York Times bezeichnete seine Schrift auch als "Geben-Sie-diesem-Mann-lieber-einen-koffeinfreien-Kaffee-Prosa. Tatsächlich musste ich über diesen Ausdruck schmunzeln, weil ich mir auch bei Drop City wieder gedacht habe, wow hat der Mann eine Art Sachen mitzuteilen! Jeder Satz in diesem Buch beweist, dass er ein teuflisch talentierter Schriftsteller ist. Drop City hat alles ein wenig: Gefühl, Ironie, Sarkasmus, verrückte Charaktere, menschliche Komplexitäten, Sex, Drugs & Rock n Roll, Anti-Spießer-Romantik, Natur und Landschaft Poetik und eine lesenswerte Geschichte.

Boyle's 2003 erschienener Roman erzählt die Geschichte einer Hippiekommune, die von Kalifornien nach Alaska zieht, mit allen berechenbaren und unberechenbaren Folgen. Drop City ist vor allem der Roman einer naiven und idealistischen Generation, die das Lebensgefühl vieler Menschen bis auf den heutigen Tag geprägt hat. Die 68er-Generation.

Der Roman besteht aus zwei aufeinander bewegenden Handlungen, die sich etwa in der Mitte vereinen. Die erste Hälfte des Buches dreht sich um die Geschichte der namensgebenden Kommune Drop City, die auf einer Farm ihren Traum von einem freien Leben zu verwirklichen sucht. Etwa 60 Mitglieder umfasst die Kommune und jeder weitere Aussteiger ist willkommen. Die Zeit vertreiben sich die Mitglieder mit Drogen, Parties, Vinyl-Schallplatten hören, freier Liebe und Bücher lesen. Doch das Nirwana finden sie trotzdem nicht. So einiges läuft schief im Paradies, ein Kind trinkt mit LSD versetzten Orangensaft, eine Minderjährige wird vergewaltigt und die Gruppe leidet unter vielen Spannungen, die sich intern ergeben, aufgrund von anfallenden Arbeiten, Hygieneproblemen und Lebensmittelknappheit. Außerdem hat der Sheriff die Kommune schon länger im Visier und als ihnen eines Tages die Zwangsräumung droht, übersiedelt die gesamte Truppe nach Alaska, wo ihr Guru Norm Sender ein Grundstück geerbt hat.

Parallel dazu schildert Boyle die Geschichte von Sess Harder, der in Alaska in einer Blockhütte lebt und seine Traumfrau kennenlernt und heiratet. Er lebt von dem, was die Natur hergibt. Als die Hippiekommune in Alaska eintrifft, ist man nicht besonders erfreut über die Fremdlinge. Nach Einbruch des Winters, geht es nicht nur darum, die Langeweile zu vertreiben, sondern auch darum, wie man in einer Landschaft, die nichts als Eis und Nacht zu bieten hat überlebt.

Meine Meinung:

Drop City glänzt besonders durch die Schreibweise Boyles. Bildhaft und in einer Art Plauderton beginnt das Buch den Leser auf eine ganz eigene Art zu unterhalten. Neben diesen unterhaltenden Passagen baut der Autor einige schöne Naturschilderungen ein, verliebt in eine Landschaft, die es wahrscheinlich nur im hohen Norden gibt, las ich diese Seiten besonders gerne. Alle Figuren sind sehr dicht und detailreich beschrieben. Insbesondere drei der Figuren, Norm, Star und Marco werden herausgehoben. Hier zeigt der Autor wieder seine Vorliebe für Außenseiter. Die Truppe setzt sich zusammen aus Menschen mit verschiedenen Motivationen einer Kommune beizutreten, da sind die engstirnigen Idealisten, neben den Naturromantikern und den wirklichen Abenteurern, die auch auf sich allein gestellt in der Natur überleben könnten. Alaska als Gegenpol zu Kalifornien zu wählen ist ein guter Schachzug von T.C Boyle, so wird es auch klar deutlich, dass es einen großen Unterschied macht, ob man aus einer gepflegten Mittelklasse nach Drop City kommt oder tatsächlich für ein solches Leben in der rauen Natur tauglich ist.

Man wird das ganze Buch über mit einer sehr realistischen Schilderung des Hippie-Lebens durch die Erzählung geführt und erfährt, warum der Mensch es einfach nicht schafft ein Leben in Peace&Harmony zu führen. Wie bei jeder idealistischen Gruppierung scheitert auch die Hippiekommune an ihren eigenen Mitgliedern.

Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass dieses Buch nicht für jeden Leser tauglich ist. T.C Boyle baut hier auch eigene Erfahrungen ein, die noch aus seiner Drogenzeit stammen. Sein geschwätziger Ton füllt halt manchmal einfach viele Seiten mit Rock n Roll Bands, Drogenexperimenten und diffusen Rauschgeschichten. Nicht jeder Mensch wird sich in diesem Milieu wohlfühlen und eventuell das Buch als langatmig empfinden.

ok