Donnerstag, 18. August 2016

Lolita

Sollte man Lolita wirklich lesen?

An einem langweiligen und verregneten Sonntag, von denen es ja in diesem Sommer nur so wimmelt, bin ich irgendwie auf die Verfilmung von Adrian Lyne gestoßen, den Film fand ich so wunderbar und Dominique Swain hat mich in ihrer Rolle als Lolita sehr beedindruckt, also musste doch das Buch auch irgendwie reizend sein. Den Film kann ich wirklich empfehlen!!

Somit war dann sehr schnell auch das 1955 erschienene Buch mit knappen 710 Seiten bei mir zu Hause. Der Rowohlt Verlag hat noch die Ausgabe mit dem schönen Vintage - Bild am Cover. Diese Ausgabe enthält noch ein Nachwort vom Herausgeber und vom Autor, außerdem eine sehr lange Liste mit Anmerkungen, diese sind auch notwendig, außer man beherrscht Französisch. Außerdem handelt es sich beim Protagonisten um einen Mann, der nicht immer klar im Kopf ist und da manche seiner Aussagen im Sinne seiner Leidenschaft entstehen, sind sie nicht immer so leicht zu interpretieren. Stellenweise machen sie wirklich keinen Sinn, da hilft dann die ein oder andere Anmerkung sehr gut weiter! Bei diesem Buch ist es also wichtig eine Ausgabe mit Nachwort und Anmerkungen zu haben!


Der Name des Protagonisten Humbert Humbert ist irgendwie unangenehm und suggeriert, dass es sich eigentlich um einen widerwärtigen Menschen handelt. (mehr zur Namensgebung schildert der Autor im Nachwort auf Seite 587) Humbert Humbert ist vom Beruf Duftwasserhändler und Literaturwissenschaftler, er ist versnobbt und ein kleiner Ästhet. Seine Sprache ist gehoben und er neigt zu intensiven Tagträumen in denen er sich voller Leidenschaft verliert, denn nur dort ist es ihm gestattet seine sexuelle Neigung auszuleben. Er sitzt also häufig im Schatten eines Baumes auf einer Spielplatzbank und beobachtet kleine Mädchen, die für ihn das gewisse Etwas haben. Er gibt ihnen sogar eine eigene Bezeichnung und spricht von Nymphetten. Humbert ist stets diskret und geht nie zu weit, es kommt zu keinen Berührungen, da er die "Reinheit" dieser Mädchen nicht antasten will.

Eines Tages jedoch erhält er ein Jobangebot und zieht daraufhin in eine Kleinstadt names Ramsdale, in das Haus der Witwe Charlotte Haze, wo er schließlich auf Lolita, ihre Tochter trifft. Obwohl ihm das Haus so gar nicht geheuer erscheint, er sogar richtig angewidert davon ist, bleibt er weil Lolita ihn mit ihrer Schönheit verzaubert. Für Humbert ist das 12 jährige Mädchen eine idealtypische „Nymphette“ und er geht sogar so weit, dass er Charlotte Haze ehelicht, um in Lolitas Nähe zu sein.

Um den ehelichen Pflichten zu entgehen verabreicht er seiner Frau Charlotte Haze heimlich Schlafmittel. In seinem Arbeitszimmer führt er Tagebuch in welches er alle seine kranken Gedanken notiert. Als Charlotte es liest, macht sie eine Szene und flieht aus dem Haus. Wenige Augenblicke später stirbt sie dann bei einem Unfall und Humbert Humbert macht sich mit Lolita auf und die beiden fahren queer durch die USA. Auf diesem Roadtrip wird dem Leser schnell klar, dass Humbert nur ein Opfer ist, denn Lolita ist es, die bestimmt. Aufgrund seiner Leidenschaft für sie ist ihr der 35-Jährige total ergeben.

Lolita, Licht meines Lebens, Feuer meiner Lenden. Meine Sünde, meine Seele. Lo-li-ta: die Zungenspitze macht drei Sprünge den Gaumen hinab und tippt bei Drei gegen die Zähne. Lo.li.Ta.

Über zwei Jahre sind die beiden unterwegs bis sie eines Tages merken, dass ihnen jemand folgt. Expressionistisch beschreibt der Ich-Erzähler die Farben der Autos, die immer einige Meter hinter ihm fahren. Auch Kleidung, Landschaft und Lichtverhältnisse werden in diesem Stil erläutert. Humbert hält den Verfolger abwechselnd für einen Detektiv, Nebenbuhler oder eine Ausgeburt seiner Paranoia. Um nicht zu viel zu verraten, liest man einfach selber weiter was mit Humbert und Lo im letzten Viertel des Buches passiert!

Meine Meinung: 

Humbert erzählt seine tragische Geschichte aus dem Gefängnis, es folgt am Beginn der Prosa-Erzählung eine kurze Biographie seines Lebens. An dem Punkt, wo er schließlich Lolita kennenlernt, setzt dann die eigentliche Geschichte ein. Als Leser entwickelt man zwar keine besondere Sympathie für ihn, aber auch keine wirkliche Abneigung. Egal, was zwischen ihm und der minderjährigen Lolita in einem der vielen Motels läuft, in die sie auf ihrer Reise absteigen, der Leser kann es nur vage erörtern. Nabokov schildert keine Sexszenen oder Perversionen, vielmehr geht der Ich-Erzähler in Bewunderungen auf. Er schwärmt pathetisch von Lolitas unterentwickeltem Körper, von ihrem weichen Haar und der Haut. Auch als Lolita im Verlauf der Geschichte reift und erwachsen wird, ist der Protagonist noch voller Liebe für sie, was heißt, er liebt sie 200%ig.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist eine schöne und poetische Sommerlektüre, die sich leicht und schnell liest. Manche Sätze machen zwar keinen Sinn, aber durch das Nachwort wird man aufgeklärt, was gemeint sein könnte. Am Anfang haben mich auch die vielen französischen Wörter etwas gestört, weil man ständig nachschauen musste, was das jetzt nun wieder heißt, aber da kommt man mit der Zeit irgendwie rein.

Fazit:

Lolita ist eine interessante Geschichte, die Thematik sollte einen nicht abschrecken das Buch zu lesen! Obwohl es hier um Pädophilie geht, liest man das Buch total gerne, weil Nabokov irgendwie generell das Thema Beziehungen in seine Erzählung aufnimmt. Leidenschaft, Abhängigkeit und Vorteile werden kritisch kommentiert.

sehr lesenswert :)

Sonntag, 17. Juli 2016

Dieser Blog hat Sommerpause !!!!!




Liebe Leser! Da ich den restlichen Sommer in Finnland verbringen werde, hat dieser Blog Sommerpause! Ich freue mich schon auf das Beeren-Sammeln, Wandern und auf meine Freunde im hohen Norden. Ihr könnt gern im Archiv stöbern, bei Gelegenheit kommt aber vielleicht doch der ein oder andere Beitrag :) Ich wünsche Euch  allen einen schönen Sommer, wir lesen uns im Herbst wieder.

Bis dahin könnt ihr bald auf Philea's Blog meinen Bücherkoffer bewundern :) Ihr Blog zählt zu meinen Favoriten !

 Tinka

Montag, 11. Juli 2016

Sommerliche Pasta

Sommerliche Pasta, einfach lecker!

Wenn man jetzt Mitte Juli auf den Markt geht, bekommt man das aromatischste Gemüse: Tomaten, Zucchini und Melanzani schmecken nur im Sommer gut. Nach dem Marktbesuch gabs  bei mir eine lecker Pastasauce, die förmlich nach Sonne und Sommer schmeckt ! Ich liebe diese Kombination aus fruchtigen Tomaten, Melanzani, Zucchini und reifen säuerlichen grünen Oliven...mmmh! Für das Gericht braucht man nur eine Pfanne und einen Kochtopf für die Nudeln. 


Zutaten:

1 kleine Zucchini
1/2 Melanzani
4-6 fleischige grüne Oliven
Olivenöl
100 g geriebenen Parmesan
frisches Basilikum
Petersilie, Thymian, Oregano, Majoran (frisch oder getrocknet)
Salz und Pfeffer
ca 100 ml Marsala (Likörwein) zum Ablöschen
250 ml Tomatensauce
1/2 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Tomatenmark 

Nudeln (Fusilli)


Die Zwiebel fein hacken und in etwas Olivenöl glasig anbraten, Zucchini und Melanzani von den Stilen befreien und in grobe Stückchen schneiden. Anschließend zu den Zwiebeln in die Pfanne geben und mit etwas Salz, Pfeffer und getrockneten italienischen Kräutern würzen und anbraten. Wenn das Gemüse gut riecht und leicht gebräunt ist, gibt man etwas Tomatenmark dazu und löscht das ganze mit Marsala ab. Dann gießt man die Tomatensauce dazu und gibt die Knoblauchzehe und die Oliven hinein. Herd zurückdrehen und etwas einköcheln lassen. Mit frischen Kräutern würzen. Zum Schluss etwas geriebenen Parmesan in die Sauce einrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Nudeln nach Packungsanleitung kochen, gut abseihen und mit der Sauce servieren. Mit frischem Basilikum und geriebenem Parmesan garnieren.

Buon Appetito!

Sonntag, 26. Juni 2016

Drop City



T.C Boyles Bücher sind immer eine Überraschung, man weiß einfach nie, was einen erwartet, wenn man sich auf ein Buch des in Peekskill, N.Y geborenen Schriftstellers einlässt. Eines ist aber gewiss: Langweilig wird es mit seinen Geschichten niemals!

Die New York Times bezeichnete seine Schrift auch als "Geben-Sie-diesem-Mann-lieber-einen-koffeinfreien-Kaffee-Prosa. Tatsächlich musste ich über diesen Ausdruck schmunzeln, weil ich mir auch bei Drop City wieder gedacht habe, wow hat der Mann eine Art Sachen mitzuteilen! Jeder Satz in diesem Buch beweist, dass er ein teuflisch talentierter Schriftsteller ist. Drop City hat alles ein wenig: Gefühl, Ironie, Sarkasmus, verrückte Charaktere, menschliche Komplexitäten, Sex, Drugs & Rock n Roll, Anti-Spießer-Romantik, Natur und Landschaft Poetik und eine lesenswerte Geschichte.

Boyle's 2003 erschienener Roman erzählt die Geschichte einer Hippiekommune, die von Kalifornien nach Alaska zieht, mit allen berechenbaren und unberechenbaren Folgen. Drop City ist vor allem der Roman einer naiven und idealistischen Generation, die das Lebensgefühl vieler Menschen bis auf den heutigen Tag geprägt hat. Die 68er-Generation.

Der Roman besteht aus zwei aufeinander bewegenden Handlungen, die sich etwa in der Mitte vereinen. Die erste Hälfte des Buches dreht sich um die Geschichte der namensgebenden Kommune Drop City, die auf einer Farm ihren Traum von einem freien Leben zu verwirklichen sucht. Etwa 60 Mitglieder umfasst die Kommune und jeder weitere Aussteiger ist willkommen. Die Zeit vertreiben sich die Mitglieder mit Drogen, Parties, Vinyl-Schallplatten hören, freier Liebe und Bücher lesen. Doch das Nirwana finden sie trotzdem nicht. So einiges läuft schief im Paradies, ein Kind trinkt mit LSD versetzten Orangensaft, eine Minderjährige wird vergewaltigt und die Gruppe leidet unter vielen Spannungen, die sich intern ergeben, aufgrund von anfallenden Arbeiten, Hygieneproblemen und Lebensmittelknappheit. Außerdem hat der Sheriff die Kommune schon länger im Visier und als ihnen eines Tages die Zwangsräumung droht, übersiedelt die gesamte Truppe nach Alaska, wo ihr Guru Norm Sender ein Grundstück geerbt hat.

Parallel dazu schildert Boyle die Geschichte von Sess Harder, der in Alaska in einer Blockhütte lebt und seine Traumfrau kennenlernt und heiratet. Er lebt von dem, was die Natur hergibt. Als die Hippiekommune in Alaska eintrifft, ist man nicht besonders erfreut über die Fremdlinge. Nach Einbruch des Winters, geht es nicht nur darum, die Langeweile zu vertreiben, sondern auch darum, wie man in einer Landschaft, die nichts als Eis und Nacht zu bieten hat überlebt.

Meine Meinung:

Drop City glänzt besonders durch die Schreibweise Boyles. Bildhaft und in einer Art Plauderton beginnt das Buch den Leser auf eine ganz eigene Art zu unterhalten. Neben diesen unterhaltenden Passagen baut der Autor einige schöne Naturschilderungen ein, verliebt in eine Landschaft, die es wahrscheinlich nur im hohen Norden gibt, las ich diese Seiten besonders gerne. Alle Figuren sind sehr dicht und detailreich beschrieben. Insbesondere drei der Figuren, Norm, Star und Marco werden herausgehoben. Hier zeigt der Autor wieder seine Vorliebe für Außenseiter. Die Truppe setzt sich zusammen aus Menschen mit verschiedenen Motivationen einer Kommune beizutreten, da sind die engstirnigen Idealisten, neben den Naturromantikern und den wirklichen Abenteurern, die auch auf sich allein gestellt in der Natur überleben könnten. Alaska als Gegenpol zu Kalifornien zu wählen ist ein guter Schachzug von T.C Boyle, so wird es auch klar deutlich, dass es einen großen Unterschied macht, ob man aus einer gepflegten Mittelklasse nach Drop City kommt oder tatsächlich für ein solches Leben in der rauen Natur tauglich ist.

Man wird das ganze Buch über mit einer sehr realistischen Schilderung des Hippie-Lebens durch die Erzählung geführt und erfährt, warum der Mensch es einfach nicht schafft ein Leben in Peace&Harmony zu führen. Wie bei jeder idealistischen Gruppierung scheitert auch die Hippiekommune an ihren eigenen Mitgliedern.

Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass dieses Buch nicht für jeden Leser tauglich ist. T.C Boyle baut hier auch eigene Erfahrungen ein, die noch aus seiner Drogenzeit stammen. Sein geschwätziger Ton füllt halt manchmal einfach viele Seiten mit Rock n Roll Bands, Drogenexperimenten und diffusen Rauschgeschichten. Nicht jeder Mensch wird sich in diesem Milieu wohlfühlen und eventuell das Buch als langatmig empfinden.

ok

Freitag, 17. Juni 2016

25 bookish facts about me



 Banner darf gern kopiert & verwendet werden :) :) :)

Ich lese sehr gerne Englische Blogs, nicht nur wegen der Bücherauswahl, die dort rezensiert wird, sondern auch, weil ich die einfach  interessant finde. Erstens sehen sie alle unterschiedlich aus, mit viel Liebe für Details (nicht immer nur die altbekannten Wordpressvorlagen) und außerdem mag ich einfach diese lockere Sprache, die die Blogs immer haben. Bei zu professionell ausgeführten Blogs lese ich das erste Drittel und überfliege den Rest, ist mir einfach zu trocken, wenn ich einen anspruchsvollen Text mit den dazugehörigen literaturwissenschftlichen Analysen will, greife ich auf Literaturzeitschriften und Fachbücher zurück. Weiters bin ich aufgrund von meinem Studium sowieso gezwungen sowas zu lesen und da bin ich dann froh, wenn ich einfach nur auf persönliche Meinungen zu Büchern, Autoren und Anderem auf den Blogs stoße. Wie auch immer, bin ich auf einer meiner Blogtouren auf eine sehr spannende Aktion gestoßen, die sich 25 Bookish Facts About Me nennt. Ich glaube der Name erklärt den Sachverhalt.

Mich interessieren  immer die Menschen hinter den einzelnen Blogs, was sie dazu veranlasst hat einen Blog zu schreiben, was sie persönlich machen und ihre individuellen Ansichten zu Themen. Deswegen hab ich mich auch entschlossen bei dieser Aktion mitzumachen und hier sind also meine 25 Bookish Facts:

1. Ich bin eine Sammlerin, wenn ich ein Buch ausgelesen habe, dann muss ich es auch besitzen. Sehr selten trenne ich mich von Büchern, das passiert nur wenn mir ein Buch überhaupt nicht gefallen hat. Solche Bücher stelle ich dann in einen offenen Bücherschrank und hoffe, dass sie jemand anderem mehr Freude bringen als mir.

2. Ich lese lieber gebundene Bücher als Taschenbücher. Ein Grund dafür ist, dass Taschenbücher sehr schnell schmuddelig werden. Vor allem Diogenes Taschenbücher. Das finde ich sehr schade, weil die immer so ein schönes Cover haben.

3. Meine Bücher sind nach keinem besonderen Schema sortiert. Naja...vielleicht doch: Ich schaue immer, dass die Farben irgendwie zusammenpassen. Ein rotes Buch darf bei mir beispielsweise niemals neben einem blauen stehen. Eigenartig? Ich glaube als ehemalige Lichttechnikerin hab ich da so eine Art Berufskrankheit entwickelt. Farbpsychologie usw

4. Ich lese Bücher gerne in ihrer Originalsprache. Da ich Sprachen liebe, in meinem Studium zb mag ich Sprachwissenschaft sehr gerne, hab ich bis dato viele Sprachkurse belegt, darunter Russisch, Finnisch und Norwegisch. Italienisch hatte ich früher in der Schule und besitze einige Kinderbücher in dieser Sprache.

5. Lange Zeit hatte ich eine Lese-Blockade. Die zog sich sicher über 3 Jahre hin. Leider kann ich mich auch nicht mehr an das Buch erinnern, das mich wieder zum Lesen gebracht hat, aber seitdem verschlinge ich einfach viele Bücher pro Monat.

6. Bücher, die etwas aussagen lese ich total gerne. Ich liebe es, wenn sich ein Buch mit einem moralisch schwierigen Thema befasst oder wenn die Handlung auf einer realen Begebenheit basiert. Deswegen lese ich sehr gerne Memoiren und Porträts.

7. Thriller, Horrorromane und Historische Romane kommen bei mir eigentlich nie ins Haus! Ich finde sowas einfach nur furchtbar. Die Handlung in Thriller oder Horroromanen raubt mir den letzen Nerv!

8. Wenn ein Buch verfilmt wird, ärgere ich mich meistens über das Ergebnis. Die meisten Buchverfilmungen konnten mich einfach nicht überzeugen. Mir fehlten immer gewisse Details, am schlimmsten ist für mich, wenn Figuren ausgespart werden. Vor allem wenn es Figuren sind, die ich im Buch besonders mochte. Natürlich gib es den ein oder anderen Film, der besser ist als das Buch, aber meistens ist es leider nicht der Fall!

9. Ich beurteile ein Buch nie nach seinem Cover, was heißt, dass ich niemals ein Buch kaufen würde, nur weil mir seine Optik gefällt. Damit bin ich als Teenager schon einige Male eingefahren.

10. Alte Bücher haben es mir besonders angetan. Ich liebe einfach Vintage Sachen und da sind Bücher nicht ausgenommen. Irgendwie waren Bücher früher auch viel schöner, man nahm sich Zeit für ihre Gestaltung und Verarbeitung. Heute ist es mehr ein Massenprodukt. Aber es gibt auch in der heutigen Zeit noch Verlage, die schöne Bücher herstellen. Barnes & Noble, The Folio Society, die Büchergilde und einige andere.

11. Meistens höre ich Musik oder Online-Radio beim Lesen. Ich ertrage Stille beim Lesen einfach nicht, das macht mich irgendwie nervös. Da ich eine sehr große Musiksammlung besitze, ist auch die Musik dann immer unterschiedlich. Aber zu einem Großteil beinhaltet sie Schlagzeug, Bass und Gitarre :)

12. Beim Lesen liebe ich es zu naschen, ich weiß, finden manche furchtbar. Ich kann mir nicht helfen, irgendwie schmecken Chips beim Lesen einfach besser als vor dem Fernseher XD Und Kuchen, Kaffee und Schokolade dürfen oft nicht fehlen.

14. Ich kann in Kaffeehäusern und Bars nicht lesen, da bin ich einfach viel zu sehr abgelenkt. Ebenso in einem Park schaffe ich es nicht mich lange auf ein Buch zu konzentrieren.

15. Nach ca 50 gelesenen Seiten weiß ich, ob mir ein Buch gefällt oder nicht!

16. Bücher über Nationalsozialismus kann ich einfach absolut nicht lesen! Ich wurde in der Schule zu oft verdonnert mich mit Büchern über NS zu beschäftigen. Oder wie seht ihr das? Ebenso Kriegsbücher--> big NO for me!

17. Rezepte aus Kochbüchern werden bei mir immer abgewandelt / verbessert!

18. Meine Lieblingsautoren sind eigentlich alle schon zu Staub & Asche verfallen, ich kann mich sehr schwer für Neuerscheinungen begeistern, außer es handelt sich um Memoiren oder Porträts.

19. Wenn ich lesende Menschen in der Öffentlichkeit sehe, muss ich unbedingt wissen, was sie lesen. Es kommt also oft vor, dass ich dann hinstarre und den Kopf neige, damit ich erspähe, welches Buch sie haben. Ja, ein bisschen freaky ich weiß, aber normal ist auch langweilig!

20. Ich beurteile Menschen nach den Büchern, die sie lesen. Schubladen-Denken pur, aber ich kann einfach nicht anders!

21. Es gibt nur wenige Bücher, die ich nicht zu Ende gelesen habe. Man findet sie unter Topliste.

22. Ja, ich lese mehrere Bücher gleichzeitig, aber niemals mehr als drei.

23. Mir gefallen weiße Bücher am besten, weiß auch nicht warum das so ist. Meine Lieblingsfarben sind eigentlich Schwarz und Grau, aber bei Büchern entscheide ich mich fast immer für ein weißer Cover.

24. Leider gibt es in Graz keinen Buchclub, zumindest hätte ich noch keinen gefunden. Wenn das hier jmd liest, der gerne einen gründen würde: Schreibt mir! Bevorzugt sind Klassiker. Ich wäre gerne ein Mitglied in einem Buchclub!

25. Ich kann nur gedruckte Bücher lesen, E-Books kommen für mich nicht in Frage!


Wie sieht das bei Euch so aus? Habt ihr einige Gemeinsamkeiten gefunden? Es würde mich freuen, wenn der ein oder die andere bei dieser Umfrage mitmachen würde. Ich verlinke gerne alle Teilnehmer dieser Aktion unter diesem Post! Lass mich einfach wissen, dass du mitmachst :) :) 


Wer noch mitmacht:

Weltenwanderer 
Literasophie
Tintenhain
Angeltearz liest - Sfeffi's Bücherwelt
Kunterbuntes Allerlei
rustlingofpages





Mittwoch, 15. Juni 2016

Emma

Meine schöne Barnes & Noble Ausgabe enthält alle wichtigen Austen Werke, darunter auch Emma

Auf dieses Buch hatte ich mich wirklich riesig gefreut! Als Jane Austen Fan war ich schon sehr gespannt auf ihren zuletzt geschriebenen Roman und auch auf die Wirkung, die Emma auf mich machen würde. Jane Austen sagte einmal über die Figur Emma: „Ich werde eine Heldin schaffen, die keiner außer mir besonders mögen wird“.

Und sie sollte Recht behalten. Ich mochte weder Emma, noch das Buch! Verglichen zu anderen Jane Austen Romanen ist Emma einfach langatmig & langweilig!

"Emma Woodhouse, schön, klug und reich, mit einem behaglichen Heim und einer glücklichen Veranlagung, schien einige der besten Segnungen des Lebens in sich zu vereinen, und es hatte in den fast einundzwanzig Jahren, die sie auf der Welt war, nur sehr wenig gegeben, das sie beunruhigte oder betrübt hätte"

So fangen die ersten Zeilen des Romans an. Emma hält sich für vollkommen, ungebunden und den anderen Menschen einfach überlegen. So glaubt sie auch, dass sie einfach weiß, was für jeden Menschen in ihrer Umgebung das Beste ist. Einer tiefen Langeweile und Monotonie ausgesetzt, findet sie im Ehestiften einen Sinn und  gleich der erste Versuch glückt irgendwie. Dank Emma s Verkupplung kommt es zu einer  Hochzeit ihrer Erzieherin Miss Taylor mit Mr. Weston. Daher fühlt sie sich berufen auch den Pfarrer Mr. Elton unter die Haube zu bringen. Eine Braut hat Emma auch schon in Sicht: die geheimnisumwitterte Harriet Smith. Weil Harriet und der Pfarrer aus einfachen Verhältnissen stammen, glaubt Emma in den beiden eine gute Verbindung gefunden zu haben. Leider interessiert sich Mr. Elton für ihre Pläne so ganz und gar nicht und es passieren einige Wirrungen im Verlaufe dieser Geschichte. Mr. Elton missversteht Emmas Bemühungen und macht statt Harriet ihr einen Heiratsantrag, den sie ablehnt. Emma möchte einfach nicht heiraten, sie hat ja ihre Bücher und als vermögende Frau muss man sich sowieso von keinem Mann aushalten lassen. Naja, Emma ist geduldig, warum auch nicht, sie hat ja Zeit und sonst nichts Besonderes zu tun, außer sich Gedanken über Bälle und Spitzenkleider zu machen und das ist halt auf Dauer einfach langweilig, also bemüht sie sich weiter um ihr angestrebtes Ziel. Wie es Harriet und ihren Gefühlen geht, interessiert sie dabei nur mäßig. Und auch sonst fällt Emma ihre Urteile über Menschen dadurch, welche Kleidung sie tragen und aus welcher Familie sie stammen. 

Nur Mr. Knightley, Emma's Schwager, kritisiert Emma in ihrem Tun. Und so setzt sich die Handlung fort, einige andere Figuren kommen noch ins Spiel. Alle Figuren werden nur durch ihre Redeweisen charakterisiert, es ist ein Mischmasch aus direkter, indirekter und erlebter Rede, die die Seiten dieses Buches füllen. Das hat mich besonders gestört, da ich sehr gerne detaillierte Beschreibungen von Landschaft und Umgebung, Wetter und Dekoration mag. Das fehlt leider total. Und was für Probleme die Figuren haben....zum Sterben langweilig!

"Es ist immerhin möglich, völlig ohne Tanzen auszukommen. Es sind Fälle bekannt, in denen junge Leute viele, viele Monate hintereinander zu keinem Ball irgendwelcher Art gingen, ohne daß sie an Körper und Geist wesentlichen Schaden genommen hätten"

Am Schluss heiraten schließlich dann alle, sogar Emma und es ist leider einfach zu erraten, wer das letztendlich dann sein wird. Gähn!

Fazit:

Ich habe mich durch das Buch regelrecht durchgequält! Als Austen Fan hatte ich nicht erwartet, dass mich ihr Buch Emma so unbefriedigt zurücklassen wird.  Bei Emma handelt es sich zwar um einen gesellschaftskritischen Roman und wahrscheinlich wollte sie einfach nur darstellen, wie langweilig den Adeligen damals war, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass einem irgendwo zwischen Seite 7 und 600 das Gesicht vor lauter Langeweile einschläft! Und Emma ist kaum zu ertragen mit ihrer arroganten und herablassenden Art. Von mir gibt es für dieses Buch leider keine Leseempfehlung! 

naja...

Rory Gilmore Reading Challenge: 59/300 gelesen

Mittwoch, 8. Juni 2016

Das Jahr des magischen Denkens


Joan Didion ist Schriftstellerin und Herausgeberin der VOGUE. Sie schrieb mehrere Essays und Dokumentationen für die New York Times und wurde in Amerika mit vielen Preisen für ihre Werke ausgezeichnet. In dem Buch "Das Jahr des magischen Denkens" verarbeitet sie den Tod ihres Mannes John Gregory Dunne und auch die Erkrankung ihrer Adoptivtochter Quintana.

Ich war schon sehr gespannt, welche Stimmung das Buch beim Leser auslösen würde, gefasst war ich auf eine traurige, schwermütige Atmospäre, aber so ganz trifft das nicht zu. Joan Didion versucht mehr intellektuell zu begreifen, was da in ihrem Inneren vorgeht. Technokratisch sucht sie Antworten für ihre Miserie und schreibt nieder, was sie in diesem Jahr der Trauer gedacht und erlebt hat.

Life changes fast. You sit down to dinner and life as you know it ends.

 Inhalt:

Als Joan Didion mit ihrem Mann vom Krankenhausbesuch ihrer schwer kranken Tochter Quintana nach Hause kommt, stirbt ihr Ehemann John noch vor dem Abendessen an einem Herzinfarkt. In wenigen Sekunden sind 40 Jahre Partnerschaft einfach so beendet und Didion ist unerwartet Witwe. Jeden Tag hat sie mit diesem Menschen verbracht, ihn von früh bis spät gesehen und auf einmal ist sie alleine in diesem großen Haus. Täglich verliert sie sich in Gedanken, Erinnerungen und Fakten, ein ganzes Jahr. Das Jahr des magischen Denkens. Sie sucht in der Literatur Hilfe und Antworten und findet viele interessante und informative Fakten und versucht das Unbegreifliche greifbar zu machen.

In time of trouble, I had been trained since childhood, read, learn, work it up, go to the literature. Information was control. Given that grief remained the most general of afflictions its literature seemed remarkably spare.

Ausgehend vom Tod ihres Mannes und der Erkrankung ihrer Tochter reflektiert Joan die letzten 40 Jahre, die sie mit ihrem Mann verbracht hat. Sie schreibt über das glamouröse Leben, das die beiden Schriftsteller einst in Hollywood führten, über ihre Reisen und Treffen mit bekannten Persönlichkeiten. Oft sitzt sie gemeinsam mit ihrem Mann in einem schicken Restaurant und erzählt vom Schriftstellerleben, nippt dabei an ihrem Drink und plötzlich finden wir sie wieder einsam und zurückgelasssen. Manchmal wirkt die Autorin sehr kühl und reserviert, von Trauer keine Spur, dann aber ist sie wieder verletztlich und sinniert ganz in sich versunken, sodass man ihren Schmerz schon fast selber fühlen kann.

Dabei springt sie von Ereignis zu Ereignis, von den 70ern  ins Millenium und wieder zurück, die kurzen Absätze wirken etwas unfertig und erweiterungsbedürftig. Manche Geschichten werden begonnen, in der Mitte von anderen unterbrochen und an anderen Stellen wieder in die Erzählung aufgenommen.

Wer hier aber eine Art Selbsthilfe-Buch erwartet, den kann ich nur enttäuschen, denn es ist keines!

Fazit:

Das Buch ist eine Art Studie über das Phänomen des Trauerns. Durch das Schreiben über den Tod und den Verlust ihres geliebten Mannes versucht die Autorin dem Ganzen etwas sinnvolles abzugewinnen. So wie eine Biene von Blume zu Blume fliegt, diese dabei bestäubt, muss doch auch das Trauern einen Sinn in dieser Welt haben. Es ist ein Aufbegehren des Verstandes gegen die Unvernunft des Todes und eine brillante und bewegende Auseinandersetzung mit allen Aspekten des Trauerns. Welche Prozesse werden dabei in Menschen ausgelöst? Was passiert mit dem Körper, wenn die Seele in verlassen hat ?? Diese und ähnliche Fragen versucht Joan Didion in ihrem Buch zu beantworten.

Ich hab das Buch sehr gerne gelesen und kann es wirklich empfehlen, nur sollte man eben nicht mit falschen Erwartungen an das Buch rangehen, es ist kein Selbsthilfebuch!

sehr lesenswert :)

Rory Gilmore Reading Challenge: 58/300 gelesen