Sonntag, 13. August 2017

DIY: Furnier lackieren


Mit diesem Beitrag hab ich sehr lange gewartet und das begründet. Vor dem Lackieren wusste ich nämlich nicht, ob die Farbe auch hält! Normale Möbel umstreichen ist eigentlich keine große Hexerei. Das zu bearbeitende Stück wird abgeschliffen und neu lackiert. Nun hab ich zum ersten Mal versucht ein Möbelstück umzulackieren, das nicht zu 100% aus reinem Holz besteht. Dieses kleine Vintage-Nachtkästchen hab ich einmal auf dem Flohmarkt erstanden. Es gefiel mir auf den ersten Blick, aber mit der Farbe und Optik war ich nicht zufrieden und wollte es umlackieren. Nur gabs ein kleines Problem dabei: Es besteht aus Furnier. Alle Möbelstücke mit Furnier sind mit einer Echtholzschicht versehen. Diese kann man abhängig von der Beschaffenheit und Verarbeitung streichen.Wie man das ganz leicht macht und was es über die Haltbarkeit der gestrichenen Furniermöbel noch so Wissenswertes gibt, verrate ich Euch nun: 


Auf diesem Bild seht Ihr wie das Nachtkästchen vorher ausgesehen hat. die Farbe war schon sehr verblasst und hier hab ich auch die Metallgriffe abgenommen. Die Metallgriffe waren zwar schön, aber hatte ihre besten Tage auch bereits hinter sich. Im Baumarkt hab ich einen goldenen Metalllack gefunden, mit dem ich die Griffe am Schluss einfach eingesprüht hab und sie sahen wieder wie neu aus. Hält bombenfest! Das Kästchen wurde letzten Dezember von mir umgestaltet und die Griffe sind nach wie vor noch schön. Wie man auf dem Bild unten erkennen kann, sehen sie nun wieder frisch und neu aus!



Für das Streichen von furnierten Möbeln empfehlen sich wasserbasierte Acryllacke. Bevor man aber mit dem Acryllack drüber geht, ist eine Grundierung zu machen. Auf dem Foto seht ihr welche Farben und Lacke ich dabei verwendet habe. Der Lack in der Spraydose ist für die Griffe und hat einen schönen antiken Goldton. Die Farben gibt es alle im Bauhaus, da kann man sich auch beraten lassen.


Aus Pressspan bestehende Möbel mit Furnier müssen vor dem Lackieren bearbeitet werden. Da die Holzschicht nur zwischen 0,3 und 6 Millimeter dünn ist, ist dabei unbedingt die individuelle Stärke der Furnierschicht zu berücksichtigen. Sie Oberfläche wird nur angeschliffen, dabei verwendet man einmal ein grobkörniges Schleifpapier und beim zweiten Mal schleifen dann ein feineres. An schwierigen Stellen wie Ecken, Kanten und Rändern ist dabei besondere Sorgfalt geboten, damit die dünne Furnierschicht nicht versehentlich beschädigt wird. Vor dem Schleifen sollte die Oberfläche gut gereinigt werden. Ich habe einfach Putzmittel mit Alkohol verwendet, Spiritus.


Nachdem das Kästchen abgeschliffen ist, wird es nötig sein, dieses erneut zu reinigen. Aufgrund der intensiven Stauberwartung empfehle ich das irgendwo draußen zu machen. Bei mir war es leider so, dass ich das Kästchen im Dezember gestrichen habe und weil es damals zu kalt war, haben meine Eltern mir erlaubt den hauseigenen Keller dafür zu benutzen.



Nachdem die Grundierung aufgetragen ist, lässt man diese mind 24h trocknen bevor man mit dem Acryllack drüber geht. Stellen, die nicht lackiert werden sollen, kann man mit Malercrepe abpicken. Mein Kästchen wurde nur außen lackiert.



Sobald die Grundierung getrocknet ist, kann man auch schon mit dem Lackieren loslegen. Bei meinem Kästchen habe ich ca 4 mal drüber lackiert und immer einen Tag fürs Trocknen dazwischen gelassen. Nach dem 4. Mal lackieren muss der Acryllack aushärten, das kann je nach Lack 1 Monat dauern. Lässt man den Lack nicht vollständig aushärten, kann er bröckeln und dann war die ganze Arbeit umsonst.Beim Lack auftragen ist es wichtig, dass er zügig aufgetragen wird und mittels nass-in-nass-Methode. Nass-in-nass lackieren bedeutet, dass nach dem ersten Lackauftrag keine komplette Trocknung der Lackschicht erfolgt. Der weitere Lackauftrag erfolgt nach kurzer Ablüftezeit direkt auf die noch nasse, vorherige Lackschicht, ohne Zwischenschliff.


Über die Haltbarkeit kann ich sagen, dass ich recht zufrieden bin. Das lackierte Nachtkästchen steht jetzt seit fast einem Jahr bei mir im Zimmer und dient als Ablage für Kaffeetassen, Bücher, Uni-Skripten und Kuchenteller :) Bis jetzt ist noch nichts runter gebröckelt und das Kästchen strahlt nach wie vor im schönsten Weiß. Mir ist nur aufgefallen, dass manche Flecken, darunter Kaffee, etwas schwer zu reinigen sind. Sie gehen nur mit chlorhaltigem Putzmittel weg. Die Arbeit hat sich aber auf jeden Fall gelohnt und man hat ein Einzelstück zu Hause !

Habt Ihr denn auch schon mal ein Möbelstück selbst umgestaltet und welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht? 

Montag, 7. August 2017

Mittsommermord

dtv Verlag / 605 Seiten / erschienen 2004

Bei Henning Mankell fühle ich mich einfach zu Hause. Jedes Mal wenn ich ein Buch des schwedischen Autors aufschlage, bin ich spätestens nach drei gelesenen Zeilen ein Teil seiner Geschichten. Vor meinem geistigen Auge eröffnet sich mir dann die schwedische Schärenlandschaft mit roten Ferienhäusern, Dünen und kräftig leuchtenden Lupinenfeldern. Fast alle Orte, die in den Büchern vorkommen, gibt es wirklich und ein paar davon hab ich sogar schon besucht :) Ich kann mich bei seinen Büchern so gut auf die beschriebene Welt einlassen und liebe seine detailliert gestalteten Figuren. Sie sind teilweise so echt, dass man das Gefühl hat, irgendwo in Südschweden wohnt tatsächlich  dieser kauzige Kommissar, der sich in den Büchern Mr. Wallander nennt. 

So manche schöne Lesestunde hab ich mit dem introvertierten Ermittler  verbracht und von den insgesamt 11 Krimifällen aus der Wallander-Serie fehlen nicht mehr viele Bücher und dann hab ich sie auch schon alle gelesen. Man kann die Bücher übrigens auch ohne chronologischer Abfolge lesen, aber ein paar Stellen in dem ein oder anderen Buch beziehen sich dann doch auf Vergangenes. Dies ist aber für die Erschließung der Handlung nicht so wichtig. Ich persönlich habe auch nicht alle Bücher chronologisch gelesen. 

Mittsommer ist Wallanders 8. Fall. Es spielt wie der Name schon vermuten lässt zu Mittsommer und erzählt die Geschichte eines Serienmörders, der im Sommer in Schweden sein Unwesen treibt und es auf glückliche Menschen abgesehen hat. Wer schon einmal ein Buch von Mankell gelesen hat, der weiß, dass der Autor in seinen Büchern eine eher atmosphärische Welt kreiert und ohne viel Blut und Verfolgungsjagden auskommt. Dennoch sind seine Bucher total spannend und ich kann sie meistens nicht mehr aus der Hand legen, bis ich sie durch habe. Während also die Menschen in Mittsommer sich auf das große Fest vorbereiten, ins Grüne fahren oder Blumen für den Mittsommerkranz sammeln, finden Wanderer bei einem Spaziergang die Leichen dreier Jugendlicher. Deren leblöse Körper sind mit Miedern, Hemdkrausen und Perücken herausgeputzt worden. Natürlich handelt es sich um Mord. Gleichzeitig wird ein Polizeikollege Wallanders mit zerschossenem Gesicht in seiner Wohnung gefunden und der Kommissar hat alle Hände voll zu tun. Denn nach der Reihe tauchen immer mehr Leichen auf und sie scheinen alle zu einem Mörder zu passen. Wallander stürzt sich in die Ermittlungen und muss feststellen, dass er so manches über seinen Kollegen nicht gewusst hat. 

Auch dieses Buch ist wie alle anderen Krimis von Mankell gut und logisch geschrieben. Wer sich ein bisschen mit dem Autor beschäftig hat, der weiß, dass es für ihn nicht reichte, einfach nur einen spannenden Krimi zu schreiben mit unerwarteten Wendungen. Mankell war ein Moralist, ein 68er und ein Mensch, der sich für die Aufklärung und das Gute einsetzte und somit findet man auch in seinen Büchern immer auch bei den Figuren und Wertevorstellungen die Gedanken eines linken Moralisten wieder. Sein Kommissar Mr. Wallander ist stets um Aufklärung bemüht und kämpft unermüdlich für das Gute. Dabei ist er selbst nicht perfekt. Alkoholiker, Diabetike, Grübler, Introvertiert und geschieden. Ein Mensch mit vielen Facetten und so wird es aufgrund der Hauptfigur schon niemals langweilig in Mankells Krimis. Auch Mittsommermord besticht durch Spannung, Moral, eine gute Schreibweise, eine interessante Geschichte und war für mich persönlich wieder ein totales Lesevergnügen, das mich direkt nach Südschweden katapultiert hat. Nach dieser Lektüre hab ich richtig Lust bekommen noch etwas aus dieser Reihe zu lesen und vl gibt es schon bald eine weitere Rezension zu einem Wallander Fall auf meinem Blog !

verschlungen!

Donnerstag, 3. August 2017

Frühstück bei Tiffany

Kein & Aber Verlag 128 Seiten

Auf der Suche nach der passenden Sommerlektüre bin ich irgendwie auf Frühstück bei Tiffany gestoßen.  Es ist momentan auch einfach zu heiß, ich verbringe die Tage mit zugezogenen Vorhängen und Ventilator auf Stufe 5 zu Hause und schreibe eine Seminararbeit nach der anderen, da ist auch momentan einfach keine Zeit zum Lesen und Bloggen. Das bessert sich dann hoffentlich im September wieder ! Frühstück bei Tiffany hat nur wenige Seiten und ist sehr einfach zu lesen, das Buch konnte mich trotz schwachem Anfang dann letztendlich doch begeistern.


Inhalt:

Die Protagonistin Holly begleitet jeden Abend einen anderen Verehrer auf eine der vielen angesagten Partys der New Yorker Schickeria. Aber auch in Hollys Welt gibt es nicht nur gute Zeiten, denn wenn sie ab und zu das rote Elend mal packt, fährt  sie einfach zu Tiffanys, um sich glücklich zu kaufen oder einfach in der von ihr so geliebten Atmosphäre zu schwelgen. Denn das ist der einzige Ort, an dem sie sich sicher und geborgen fühlt. Holly ist ein Luxusgirl und träumt von einem Leben an der Seite eines Millionärs und gerade als sie ihn findet und der Traum kein Traum mehr bleibt, wird sie verdächtigt für einen Drogenboss gearbeitet zu haben. 

Meine Meinung: 

Frühstück bei Tiffany ist eine unterhaltsame Satire, die sich mit der Schickeria und Partyszene der alten Tage in New York beschäftigt. Zeitlich betrachtet befinden wir uns kurz nach dem zweiten Weltkrieg, der Wirtschaftsboom hat dafür gesorgt, dass jeder alles hat und dass die Reichen nur noch reicher geworden sind. In dieser Welt scheint es niemandem an etwas zu fehlen, außer an "echten Gefühlen". 

Die Protagonistin Holly verkörpert bitterböse das Lebemädchen, das sich von reichen Männern aushalten lässt und im Vergleich zum Film mit Audrey Hepburn ist die Protagonistin keine sympathische Zeitgenossin. Sie ist total oberflächlich, obwohl sie Bücher liebt und auf elegante Kleidung steht, hatte ich beim Lesen kein Faible für sie. Holly fühlt sich stets heimatlos, aber wenn man selbst nichts dagegen tut und versucht ein eigenes Leben aufzubauen, ist das ja nur verständlich. Mit der Hauptprotagonistin konnte ich einfach nichts anfangen. Aufgrund der Protagonistin entstand zumindest am Anfang bei mir das Gefühl, dass es sich bei diesem Buch um einen 0815 Roman handelt, der geschrieben wurde, um Frauenherzen zu befriedigen.

"...Wenn ich im richtigen Leben mal einen Ort finde, wo ich mich so fühle wie bei Tiffany, dann werde ich Möbel kaufen und dem Kater einen Namen geben. ..." - Holly Golighty

Das änderte sich aber mit dem Fortlaufen der Erzählung schlagartig. Truman Capote schreibt kritisch und satirisch über diese Szene, die ja tatsächlich exisitert haben muss und höchstwahrscheinlich auch noch heute in diesem Ausmaß zu finden ist. Capotes eigene Mutter gehörte ihr scheinbar auch an. Über den Autor steckt noch einiges mehr in diesem Buch, denn der namenslose Erzähler, schwul und als Schriftsteller tätig, stellt eine Anspielung auf den Autor selbst dar.

Den Film mit Audrey Hepburn hab ich übrigens nicht gesehen.

Insgesamt bietet das Buch eine kurzweilige Unterhaltung und eignet sich gut für heiße Sommertage am Strand oder Balkon, es beinhaltet die richtige Portion Satire und Kritik und liest sich einfach und entspannt weg. Es ist sogar ein leichter Hauch Spannung darin versteckt, weil man bis zum Schluss neugierig bleibt, was nun aus Holly wird, die einfach aus einer anderen Zeit stammt und so mit dem heutigen Feminismus und Bild der Frau nicht zu vereinbaren ist. Teilweise hatte ich sogar Mitleid mit ihr und hätte sie am liebsten in eine Schule eingeschrieben und gebildet XD. Auf den Schriftsteller selbst bin ich aber nun neugierig und da ich gesehen habe, dass auf der Rory Gilmore Reading Challenge auch sein Buch Kaltblütig vertreten ist, werde ich dieses bald auch lesen.

sehr lesenswert :)

Montag, 3. Juli 2017

Butcher's Crossing


Über dieses Buch bin ich des öfteren gestolpert und die vielversprechenden Beschreibungen machten mich neugierig darauf.  Spätestens als ich dann die Rezension auf dem sogenannten privatereadersbookclub gelesen habe, musste das Buch dann bei mir einziehen. Momentan bin ich lektüretechnisch viel im Westen Amerikas unterwegs, so lese ich gerade nebenbei "Vom Winde verweht" und einige Bücher über die Geschichte der Indianer. Themamäßig passte also John Williams Buch auch gut dazu. 

Die Handlung spielt somit im Wilden Westen und es geht, wie man vielleicht vermuten kann, um die Suche nach Freiheit. Der Protagonist Will Andrews lässt sein Bilderbuchleben, bestehend aus gepflegter Mittelschicht und Elite-Uni, hinter sich und bricht ins Ungewisse auf. In Butchers Crossing, einem kleinen Städtchen vor den Toren von Kansans macht er halt und stoßt auf den Büffeljäger Miller. Zunächst scheint dieser kein Mann großer Worte zu sein, dennoch lockt er den Neuankömmling mit Geschichten von riesigen Büffelherden in sein Unternehmen einzusteigen. Will und einige andere Kompanions treten die Reise an und erhoffen sich Geld, Abenteuer und Freiheit. Als sie aber einen ganzen Winter lang in der Prärie eingeschneit werden, müssen sie erkennen, dass das Leben als Büffeljäger kein Zuckerschlecken ist. 

Meine Meinung: 

Beim Lesen dieses Buches kam bei mir leider keine Sehnsucht nach Abenteuer und Freiheit auf. Bis zur Hälfte etwa (Seite 180 herum) musste ich das Buch leider immer wieder weglegen, weil es mich einfach gelangweilt hat. John Williams Schilderung über das Leben in Amerika um 1870 herum erschien mir bedauerlicherweise sehr unrealistisch und zu weit weg.  Die Art und Weise, wie der Autor schreibt, konnte keine Bilder in meinem Kopf erzeugen. Da ich mich studienbedingt viel mit dem Wilden Westen beschäftigt habe und viele andere Werke diesbezüglich lesen musste, ist "Butchers Crossing" kein geglückter Versuch diese Welt einzufangen. Sehr unrealistisch fand ich zum Beispiel die Beschreibung der Städte und Lebensweisen der Menschen. Und dann sind da diese Protagonisten, die total unlebendig durch diese schon sehr karg beschriebene und sehr distanzierte Prärie reiten. Für große Distanz sorgten auch die Schilderungen der Gedanken und die Motivation der Figuren. Motivation war nämlich nicht wirklich vorhanden. Will Andrews ist total unempathisch und hat absolut keine Ziele. Er lässt sich treiben und tut, was man ihm aufträgt ohne irgendetwas zu hinterfragen und über etwas nachzudenken. Gehts noch langweiliger? Für mich muss ein Buch einfach fesselnd sein, ich möchte beim Lesen mit den Protagonisten leben und leiden, in ihre Gedankenwelt eintauchen und die Atmosphäre eines Buches muss lebendig sein. Bei dieser Erzählung gibt es eine unüberbrückbare Distanz, die das Buch erstens unrealistisch macht und zweitens auch sehr unglaubwürdig.

Gibt es hier jemanden, der das Buch auch gelesen hat und anders darüber denkt? Mich würden andere Meinungen dazu sehr interessieren. 

Für alle Buchclub-Mitglieder bietet der dtv - Verlag unter diesem link Material an, das vielleicht die ein oder andere Diskussion aufwerten könnte.

nicht mein Fall!

Mittwoch, 31. Mai 2017

White Line Fever



Lemmy Kilmister war der Sänger der britischen Rockband "Motorhead" und einer meiner liebsten Gestalten aus der Rockszene. Leider verstarb der Sänger im Dezember 2015 nach einem kurzen Krebsleiden in Los Angeles und ich glaube, es ist kaum jemandem entgangen, da im Fernsehen viel darüber berichtet wurde. Ich kann mich glücklich schätzen seine Band Anfang der 2000er Jahre noch live erlebt zu haben. Lemmy war zeit seines Lebens single und nicht verheiratet. Er erklärte, dass die große Liebe seines Lebens immer Susan Bennett gewesen sei und dies auch immer bleiben werde. Sie verstarb im Alter von 19 Jahren an einer Heroin - Überdosis, weshalb der Sänger diese Droge sein restlichen Leben ablehnte. "White Line Fever" ist ihr gewidmet, auf der ersten Seite ist zu lesen: Dieses Buch ist Susan Bennett gewidmet, die es hätte sein können. Bekannt wurde er dennoch durch seinen exessziven Alkoholkonsum, dem er auch seine rauchige Stimme verdankte.

Seine Autobiographie, die er mit Hilfe von Janiss Garza niederschrieb, ist eine sehr lesenswerte Lektüre und gibt viel Privates über den britischen Sänger preis. Mitunter widmet er ein eigenes Kapitel seiner großen Liebe und der Leser wird charmant in diese tragische Liebesgeschichte eingeführt. Ich habe bis dato viele Biographien gelesen, aber wenige sind so sympathisch wie Lemmy es zu sein scheint. In einem lockeren Ton plaudert der Sänger und erzählt vom Arbeiterviertel, in dem er aufwuchs und dann nimmt er den Leser mit in die Anfänger seiner Rockertage. Lemmy folgt aber keiner chronologischen Erzählweise, er schreibt, was ihm gerade einfällt. 

Bevor ich die erste Seite aufschlug, war ich schon gefasst auf Sex, Drugs & Rock n Roll und dies bekam ich auch. Interessant fand ich dabei auch, wie Lemmy über Frauen denkt. Er hatte einen respektvollen Umgang mit den Ladys in seiner Nähe und arbeitete immer wieder mit Künstlerinnen wie Nina Haagen, Tina Turner und nahm später sogar eine Punkband, die rein aus Frauen besteht, unter Vertrag. 

Die Zeit der 60er und 70er-Jahre muss wohl eine wilde und interessante Zeit gewesen sein (ich lebe in der falschen Zeit, take me to the 70ies!!!). Es gab kaum einen, der damals nicht von der Bühne kippte, aufgrund von zu viel Drogen und Alkohol. Viel Raum widmet er demnach alten Erinnerungen, Geschichten von den Tourtagen mit Ozzy Osbourne und anderen Rockgiganten. Wer also über den Tod von Lemmy überrascht war, wird sich nach der Lektüre wundern, wie dieser Mann überhaupt 70 geworden ist. 

Für mich war dieses Buch ein knackiges und kurzweiliges  Lesevergnügen, das gespickt ist mit witzigen Schwarz-weiss-Fotos, die neben wild dreinblickenden Rockern auch süße Kinderfotos beinhalten. Ein kleines Zuckerl bietet dann die Discographie am Ende des Buches, mit allen Songs der Band. Das Buch endet mit einem Nachwort, in dem der Sänger dem Leser noch eine tolle Lebensweisheit mit auf dem Weg gibt, aber das liest man am besten selbst nach!

Fazit:

"White Line Fever" ist ungeheim spannen für alle Musikfans, da Lemmy aus dem Nähkästchen plaudert und so einige Rauschgeschichten von Kollegen aus der Musikerszene ausplappert. In einem lässigen Ton vermittelt Lemmy dem Leser aber auch, was er durch manche Rauschgeschichte nicht alles gelernt hat. Diese 293 Seiten sind 100% Rock n Roll!!

Pssst: Dieses Buch gibt es zb beim österreichischen Online-Händler MORAWA. Erwirbst du das Buch unter diesem Link, unterstützt du gleichzeitig den österreichischen Buchhandel :) Hier klicken und gemütlich stöbern!

verschlungen!

Freitag, 12. Mai 2017

Es geht uns gut


Heute mal ein Buch, das ich so wahrscheinlich nie und nimmer gelesen hätte. Erstens, weil ich keine Bücher mag, in denen die Handlung entweder kurz vor oder nach 1934 - 1945 spielt. Und zweites, weil ich den Autor nicht kannte. Komischerweise fand ich das Buch in Helsinki am Busbahnhof liegen und hab es dann mitgenommen. Zufälle gibt es ja....Falls also jemand dieses Buch vermisst, schreibt mir ^^ Arno Geigers Buch wurde zwar erst 2005 veröffentlicht, aber wenn man das nicht weiß, könnte es sich auch ohne Diskussion um ein Protowerk der Nachkriegsliteratur handeln. Ausgenommen ist lediglich die Sprache, die bei Romanen nach 1945 ja eher karg und auf das Notwendigste beschränkt bleibt. Mr. Geiger hingegen erinnert teilweise an T.C Boyle, so haben beide einen sehr geschwätzigen Ton und die Sätze sind bis ins Unendliche ausgeschmückt. Eigentlich mag ich das ja auch, aber Arno Geigner trieb mich phasenweise in den Wahnsinn! Warum und weshalb das so war, erfährt ihr nun in den nächsten Zeilen:

Bei diesem Buch ist es außerordentlich schwierig sich auf ein Minimum zu beschränken, wenn man versucht seinen Inhalt zusammenzufassen oder gar wiederzugeben. Es passiert so viel und Arno schreibt und schreibt und die vielen Details machten es manchmal mühsam dran zu bleiben. Oberflächlich gesagt, handelt das Buch von einer Familie und ist somit in das Genre "Familiensaga" einzuordnen. Es fängt eigentlich auch ganz harmlos an, im ersten Kapitel erbt der Protagonist Philipp Erlach das Haus seiner Großmutter in einer Wiener Vorstadt und setzt mit dem ersten Betreten der alten Gemäuer eine Erzählung in Gange, die sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt. Genaugenommen 70 Jahre lang. 

Während der Autor zeitlich hin und her springt, erfahren wir von Alma und Richard, die während der NS-Zeit ein Kind bekommen und nichts mit der politischen Ideologie dieser Zeit zu tun haben wollen. Schon alleine diese beiden Figuren sind so ausgeschmückt und haben eine detailreiche Geschichte. Alma beispielsweise gibt ihr Medizinstudium auf, um sich um den Nachwuchs kümmern zu können, weiters hilft sie ihrer Mutter bei der Leitung einer Wäscherei und muss sich mit der Untreue ihres Ehemannes herumschlagen. Später vergräbt sie sich in Bücher und bekommt ein eigenes Bienenhaus.

Dann erzählt Arno Geiger von Peter, der die letzte Hitlerjugend durchmacht, und von Ingrid, die dann schließlich Philipp und Sissy auf die Welt bringt. Den Hauptplot übernimmt aber die Geschichte von Philipp, der ein kompletter Taugenichts ist. Die Figur des Philipps ist leider nicht sonderbar spannend, aber wenn Arno Geiger seine Darstellung nicht immer wieder unterbrochen hätte, wäre vielleicht auch etwas mehr aus ihm geworden. Generell fand ich diese ständigen Unterbrechungen, wo der Autor von einer Figur zur anderen springt, damit auch ja alle zum Zug kommen, sehr störend und manchmal musste ich das Buch dann einfach entnervt weglegen. Lesegenuss sieht anders aus! 

"Schon bei seiner Ankunft am Samstag war ihm aufgefallen, dass am Fenster unter dem westseitigen Giebel der Glaseinsatz fehlt. Dort fliegen regelmäßig Tauben aus und ein. Nach einigem Zögern warf er sich mit der Schulter gegen die Dachbodentür, sie gab unter den Stößen jedesmal ein paar Zentimeter nach. Gleichzeitig wurde das Flattern und Fiepen dahinter lauter. Nach einem kurzen und grellen Aufkreischen der Angel, das im Dachboden ein wildes Gestöber auslöste, stand die Tür so weit offen, dass Philipp den Kopf ein Stück durch den Spalt stecken konnte. Obwohl das Licht nicht das allerbeste war, erfasste er mit dem ersten Blick die ganze Spannweite des Horrors. Dutzende Tauben, die sich hier eingenistet und alles knöchel- und knietief mit Dreck überzogen hatten, Schicht auf Schicht wie Zins und Zinseszins, Kot, Knochen, Maden, Mäuse, Parasiten, Krankheitserreger (Tbc? Salmonellen?). Er zog den Kopf sofort wieder zurück, die Tür krachend hinterher, sich mehrmals vergewissernd, dass die Verriegelung fest eingeklinkt war". (Seite 7)

Das wohl Besondere an diesem Buch oder zumindest erkläre ich mir damit die Preise, die es abgeräumt hat, ist, dass es ein kleines Stückchen Zeitgeschichte in sich trägt und Kritik an der NS-Ideologie ausübt. Die vielen Erlebnisse der Figuren kommen der Realität sehr nahe und der Einbezug ihrer Erinnerungen gibt dem Buch etwas Authentisches und teilweise hat man das Gefühl, dass es so in der Art und Weise tatsächlich geschehen haben musste. Nichtsdestotrotz hat mich die Geschichte einfach viel zu sehr gelangweilt und der Funke wollte einfach nicht über springen. Die Figuren sind trotz ihrer Details nicht interessant. Am Schluss habe ich mich gefragt, was dieses Buch wohl für einen Zweck erfüllen soll? Als Zeitroman taugt es irgendwie nicht und aufgrund der vorherrschenden Langeweile erfüllt es leider auch den Unterhaltungszweck nicht. Lieber Arno Geiger, was soll das??? 

Fazit:

Für dieses Buch vergebe ich zwei Sterne, ein Stern für die Sprache Geigers, immer wieder bin ich auf Wörter gestoßen, die ich noch nie gehört habe oder schon seit Ewigkeiten nicht mehr irgendwo gelesen habe. Den anderen Stern verdient Arno Geiger dafür, dass er Langeweile wirklich künstlerisch gestalten kann und das muss einer ihm mal nachmachen (Sorry für den Sarkasmus) 

naja...

Freitag, 5. Mai 2017

Vegetarische Paella

Que aproveche!

Eigentlich handelt es sich bei Paella um ein deftiges Fleischgericht. Traditionell sind viele verschiedene Fleischsorten enthalten, darunter Meeresfrüchte. Das Rezept ist sehr alt und entstammt der Küstenregion Spaniens (Andalusien). Um als Vegetarierin bei diesem nasskalten Wetter trotzdem etwas Sonne auf meinen Teller zu bringen, habe ich das Rezept einfach vegetarisiert. Haha existiert dieses Wort überhaupt? Die Paella lebt von Gewürzen! So wie ein Gulasch eine ganz bestimmte Note hat, hat auch die Paella ihre. Die wohl wichtigste Zutat ist daher das Paellagwürz. Meine Schwester hat mir letzten Sommer ein leckeres Paellagewürz aus Spanien mitgenommen. Normalerweise kaufe ich meine Gewürze immer im Ausland, da es hierzulande oft das, was ich brauche nicht gibt. Wie man auf dem Bild erkennen kann, ist auch mein Paprikapulver aus Ungarn. In vielen Größstädten gibt es ungarische Lebensmittelgeschäfte, in diesen bekommt man dann natürlich auch dieses unverwechselbare ungarische Paprikapulver. Schon allein diese speziell rote Farbe bringt gute Laune ins Haus! Was braucht man denn nun so für eine vegetarisierte Paella? 

Die Safronsa-Gewürzmischung besteht aus Paprikapulver, Pfeffer, Kurkuma, Thymian, Safran, Lorbeeren und Knoblauch


Zutaten:

1 Tasse Reis 
(Risottoreis, wenn kein Paellareis vorhanden ist)
1 El Tomatenmark
1 Tl Paprikapulver
1 gelbe Paprika
2 Karotten
1 kl. Schale Erbsen
ein paar braune Champignons
Petersilie, frisch
Salz und Pfeffer
700 ml Gemüsebrühe
1 El Butter
1 El Paellagewürz oder Safran
Olivenöl
1 kleine Zwiebel 


Ich bereite mir wie immer die Zutaten zuerst vor. Das Gemüse waschen und gut abtrocknen. Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Etwas frische Petersilie hacken. Champignons und Karotten in feine Scheiben schneiden, Paprika würfeln. Zu der Gemüsebrühe das Paellagwürz geben und gut verrühren. 

In einer weiten Pfanne einen guten Schuss Olivenöl heiß werden lassen, die Zwiebel darin glasig dünsten. Dann den Reis dazugeben und mit dem Paprikapulver bestreuen und anbraten. Das Tomatenmark dazugeben und gut unterrühren. Den Reis eine weitere Minute braten und mit etwas Brühe ablöschen. 

Die Karotten dazugeben und das Wasser verkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Nun gibt man immer wieder etwas Brühe dazu, dabei den Reis aber immer zuerst anbrennen lassen. (Natürlich nicht verbrennen lassen). Im Unterschied zum Risotto darf die Paella ruhig ein bisschen ohne Wasser brutzeln bevor man wieder Brühe drüber gießt. Das wiederholt man nun die restlichen 10 Minuten und gibt dann das andere Gemüse dazu und gießt nochmals mit Brühe auf. 

1 El Butter in den Reis rühren und mit der restlichen Brühe fertigkochen. Zum Schluss mit Petersilie und Zitronenscheiben garnieren. Die hab ich dieses Mal leider vergessen ! Die Paella sofort servieren. 

Zusätzlich habe ich noch einige Musiktipps, die man beim Zubereiten hören kann. Das macht Spaß und so lässt sich die Zeit aushalten bis der Reis dann fertig gekocht ist ^^ 

1) Bebe - Mi guapo    2) Jose Alfredo Jimenez - Vamonos   3) Buena Vista Social Club: Chan Chan   4) Héroes del Silencio - Entre dos tierras
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