Dienstag, 20. Dezember 2016

Hercule Poirots Weihnachten


In ein paar Tagen ist bereits Weihnachten und irgendwie mag die Weihnachtstimmung nicht so recht aufkommen. Sobald ich Instagram oder Pinterest aufmache, sehe ich nur schöne Bilder mit verschneiten Landschaften und elegant geschmückten Christbäumen, aber ein Blick aus dem Fenster und ich werde mit der traurigen Wahrheit konfrontiert. Alles grau in grau und keine kl Spur eines Schneeflöckchens! Was macht man da bloß? Auf den Weihnachstmarkt gehen, hat nicht so viel bewirkt und auch das Backen von leckeren Keksen konnte die Sehnsucht nach etwas Schnee nicht tilgen. Habt ihr denn in Eurer Gegend Schnee? Und wie ist das bei Euch so mit der Weihnachtsstimmung? Meine Nachbarn beispielsweise sind vor Jahren aus der Kirche ausgetreten und feiern gar kein Weihnachten mehr. Für mich käme das ganz und gar nicht in Frage!! Ich liebe Weihnachten! Wenn Ende November alles schön geschmückt ist und die Leute sind alle total motiviert, das mag ich einfach. Während der Feiertage hat man auch immer etwas Zeit für sich und kann stundenlang gemütlich lesen oder alte Filme schauen. Es laufen dann Weihnachtskomödien im TV und man kann einfach entspannt mit einer heißen Tasse Tee gammeln und nichts tun. Oder man macht es sich mit einem spannenden Krimi gemütlich. Lovelbooks hat gerade eine tolle Sammlung mit den spannendsten Krimis rund ums Fest. Einfach mal unter dem Link schmökern. Mit einem Lovelybooks account kann man auch für den besten Weihnachtskrimi abstimmen.

Mein Lieblingsdetektiv Mr. Hercule Poirot wird kurz vor Weihnachten um Hilfe gerufen und muss erkennen, dass die Suche nach dem Mörder diesmal etwas schwieriger ausfallen wird. Es sollte eigentlich ein Familientreffen werden. Der alte Mr. Simeon Lee möchte seine Famile dieses Weihnachten um sich haben und verschickt an alle Familienmitglieder Einladungskarten, denn wer weiß, ob er das nächste Weihnachten miterleben wird!? Allerdings hält sich die Freude der Verwandten in Grezen, denn niemand ist mit den anderen so im Grünen und der alte Mr. Lee ist ein richtiger Familientyrann. Als zu seiner Überraschung aber dann doch alle eintrudeln, hat der alte Herr nichts anderes zu tun als alle zu beleidigen und zu provozieren. Damit hat es aber schnell ein Ende, wenig später wird er tot aufgefunden. Nach der ersten Befragung stellt Poirot fest, hier hätte eigentlich so gut wie jeder Gründe den alten Mann zu hassen. 

Meine Meinung:

Agatha Christies Versprechen einmal einen besonders blutigen Krimi zu schreiben wurde hier definitiv umgesetzt. In keinem anderen Krimi von ihr wird so detailliert auf den Zustand der Leiche eingegangen. Aber einen Thriller darf man trotzdem nicht erwarten, Hercule Poirots Weihnachten besticht durch seinen englischen Erzählstil und die Verwicklungen und Eigenheiten der vorkommenden Personen. Wie so oft bei Christies Krimis spielt die Geschichte auf einem englischen Landgut, nämlich auf Gorstom Hall in der Grafschaft Middleshire. Also ein typischer englischer Krimi wiedermal mit Butler und Teezeit. Mr. Simeon Lee könnte nicht boshafter und grimmiger kreiert werden als von einer britischen Schriftstellerin. Auch alle anderen Personen sind typisch britisch. Sie sind alle so eigenartig, mal böse, mal gut oder ein Opfer ihrer selbst. Sympathisch fand ich eigentlich keinen so wirklich, bis auf Hercule Poirot natürlich. Da ist der alte Mr. Lee, der mit seinem Sohn Alfred und dessen Frau auf dem großen Anwesen lebt. Bei der Zusammenführung der Familie geht es ihm nicht um eine große Versöhnung, sondern eher um den Unterhaltungswert. Er weiß ja, dass sich niemand so wirklich ausstehen kann. Alfred hat die Firma vom Vater übernommen und ist eher der brave und ruhige Sohn, der nichts zu melden hat. Sein Bruder David interessiert sich für Musik und ist in den Augen des Vaters ein Schwächling. Dann gibt es noch Harry, der irgendwie so aus dem Nichts auftaucht, lange Zeit hielt man ihn für verschollen. Außerdem  George, der sich mit Alfred noch nie wirklich verstanden hat und in die Politik ging. Da sind auch ohne Mr. Lees Zutun Konflikte schon vorprogrammiert. Im Verlaufe der Geschichte tauchen noch einige unerwartete Personen auf, die zusätzlich nochmals für Verwirrung sorgen und auf die Ausfindung des Mörders dieses Mal besonders lange warten lassen. Es ist aber genau dieses besondere Element des Rätselratens, das Christie hier einbaut, was den Krimi so lesenswert macht. Lange Zeit kommt wirklich jedes Familienmitglied in Frage, immer wieder werden Geheimnisse gelüftet, die den einen oder die andere nochmals verdächtiger machen. Stückchen für Stückchen scheint sich das Puzzle zusammenzusetzen, aber ständig passt ein Teil nicht. Es bleibt bis zum Schluss super spannend. Originell fand ich dann die Auflösung des Mordes, als Leser hat man das einfach nie und nimmer vermutet. Herucle Poirots Weihnachten ist eines der besseren Christie-Bücher. Es hat den typischen Christie Charme, ihre direkte und ehrliche Sprache sticht diesmal besonders heraus.  Wer also noch nichts von der Queen of Crime gelesen hat, dem empfehle ich dieses Buch. Mit knappen 266 Seiten lässt es sich gut über die Weihnachtsfeiertage lesen. 

Weihnachtlich ist bei diesem Buch aber nur der Titel. Es wird weder ein üppiges und festliches Familienmahl beschrieben noch kommen Dekorationen vor oder irgendetwas das auf Weihnachten hindeuten würde. Weihnachten ist eher im Hintergrund.

Fazit:

Agatha Christie at her best! Dieser Krimi bleibt spannend bis zum Schluss und erzählt in schöner alter britischer Manier eine Mordsgeschichte, die sich auf einem alten Landgut abspielt, wo der Butler noch Tee serviert und alle Personen so eigenartig sind, wie man es in englischen Erzählungen liebt!
  
verschlungen!

Kommentare:

  1. eine tolle Rezension und ZUsammenfassung die richtig Appetit auf den Krimi macht....und schwupps, schon kommt er mit auf meine LESELISTE...
    herzlichen Dank und dir eine frohe Weihnacht..wünscht Angelface die dich schon lange in ihrer Liste hat:-)

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  2. Liebe Angelface! Oooh du liest Krimis? 🙃 Musst mir sagen, wie es dir gefallen hat, wenn du es mal liest! Wünsch dir schöne Weihnachten & erholsameFeiertage 🎄 Lg

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  3. Ich liebe Hercule Poirot und habe hire noch eine Ansammlung verschiedener Geschichten von ihm und Miss Marple hier liegen, ein Weihnachtsbuch welches hibbelig darauf wartet im Dezember (weiter)gelesen zu werden.

    Liebe Grüße
    Janna

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    1. Liebe Janna,

      ich liebe die Geschichten von Agatha Christei auch total! Könnte gar nicht sagen, wer mir lieber ist, Miss Marple oder Mr. Poirot. Natürlich hab auch ich noch einige ungelesene Bücher aus dieser Reihe herumliegen, aber ich greife immer wieder gerne auf ein Christie Buch zurück! Dann bin ich ja schon gespannt auf deine Rezension, Weihnachten ist ja nicht mehr weit. Welches Buch wird es denn ??

      Lg, Tinka

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    2. Oh ganz klar Hercule!! Also bei mir ;) Einige kenne ich auch noch nicht oder habe den Ausgang gar wieder vergessen shame on me - aber so hat man ja immer mal wieder was von ihm <3

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