Dienstag, 17. Januar 2017

Geheimnis in Weiss

Klett Cotta Verlag, 281 Seiten in Leinen gebunden

Weihnachten ist zwar schon vorbei, aber dieses kleine Büchlein passt trotzdem gerade sehr schön in die Zeit. Nicht nur, weil es einen so schönen winterlichen Titel hat, sondern auch, weil es einfach im Buch unaufhörlich schneit. Die Geschichte wurde schon 1937 publiziert und ist deshalb im eigentlichen Sinne keine Neuerscheinung, aber weil das Buch erst jetzt ins Deutsche übersetzt wurde, ist es irgendwie doch neu. Nur 280 Seiten lang, wurde es in Leinen gebunden und erzählt eine Mordgeschichte. Eine gemütliche Mordgeschichte. 

Inhalt:

Es ist kurz vor Weihnachten und ein Zug mit mehreren Passagieren bahnt sich seinen Weg durch die verschneite Landschaft Englands. Während der Bahnfahrt schneit es aber so heftig, dass der Zug im Schneetreiben in der Nähe des Dorfes Hemmersby steckenbleibt. Das lange Warten wird den Insassen bald zu blöd und sie machen sich auf, um den nächsten Bahnhof zu suchen. Jeder möchte natürlich noch vor Heiligabend zu Hause eintreffen. Doch der Weg stellt sich als schwierig heraus, vom ganzen Schnee sieht man überhaupt nichts und einige der losgezogenen Passagiere kränkeln auch. Als sie schließlich auf ein verlassenes Landhaus treffen, suchen sie Zuflucht dort, bemerken aber schnell, dass die Tür offen steht, der Kamin brennt und auch der Tisch ist zum Tee gedeckt aber von den Bewohnern fehlt jede Spur. Hier ist Seltsmes in Gange. Während die Eindringlinge versuchen hinter das Geheimnis zu kommen, passiert auch noch ein Mord. 

Meine Meinung:

Ach, ich liebe ja gemütliche Wintergeschichten, solche Bücher haben eine ganz eigene Stimmung. Im Kamin prasselt ein Feuerchen, irgendwo liegen kuschelige Wolldecken, am Herd köchelt ein Eintopf vor sich hin und zum Nachtisch gibt es lecker Kuchen. Vor dem Haus steht ein Schneemann und immer wird ganz viel Tee getrunken. Auch bei "Geheimnis in Weiss" tauchen wir ein in eine behagliche Winterwelt. J.Jefferson Farjeon führt uns langsam in seine Geschichte ein, es wird zu Beginn ein kalter Wintertag geschildert, wie man ihn oft aus dem Radio hört. Die Kinder freuts, die Autofahrer sind nicht besonders darauf vorbereitet und die Landschaft ist getaucht in einen weissen Zauber. Von den Protagonisten erfährt man zunächst einmal nicht viel, sie werden erst im Verlauf der Erzählung vorgestellt. Eine bunt zusammengewürfelte Truppe ist das, da gibt es einmal den etwas hochnäsigen und selbstbewussten Buchhalter Mr. Thomas, dann die beiden Geschwister David und Lydia, die irgendwie an ein altes Ehepaar erinnern, den alten Mr. Maltby, der für die königliche parapsychologische Gesellschaft unterwegs ist, eine Tänzerin namens Jessie und schließlich gesellt sich auch ein Nörgler hinzu. Alles sehr eigenartig. Man fragt sich natürlich weshalb genau diese schrägen Typen so zusammenfinden, aber einen wirklichen Grund scheint es nicht zu geben. Dass bei so einem Auftakt natürlich witzige Dialoge rauskommen, kann man sich schon im Vorhinein denken. (sehr unterhaltsam) Manchmal spitzen sich die Dialoge auch etwas zu und es wird im bissigen Ton miteinander gesprochen. Jeder ist schlauer als der andere, dann passiert ein Mord und plötzlich sind alle verdächtig.

Lange Zeit hat man einfach überhaupt keinen Tau wo diese Erzählung hinführen soll, der Autor offenbart dem Leser nur häppchenweise neue Informationen, die man wie ein Puzzle zusammensetzen muss, damit die Geschichte Sinn macht. Ganz in der Tradition von Agatha Christie, Dorothy L. Sayers oder Sherlock Holmes reiht sich ein Misterium an das andere und lässt den Leser lange im Dunkeln tappen. Ich habe sehr lange gebrauch um in die Geschichte reinzufinden, die Charaktere fand ich auch einfach sehr sonderbar, sie waren mir so nichtssagend. Teilweise sind sie auch sehr oberflächlich gestaltet, vielleicht weil sie nicht das wichtigste im Buch sind?

Ich muss auch erwähnen, dass dieses Buch natürlich Ende der 30er Jahre geschrieben wurde und auch die für damals üblichen gesellschaftlichen Normen mit sich bringt. An manchen Stellen haben dann einfach die weiblichen Figuren den Mund zu halten wenn der Mann spricht und sozial höher gestellte Passagiere dürfen ausreden, während andere deswegen nicht so ernst genommen werden.

Zusammenfassend hab ich diese kleine aber doch so obskure Geschichte gerne abends gelesen, sicherlich gibt es bessere Detektivgeschichten und Cozy Krimis, aber ich kenne kein anderes Buch, das so geheimnisvoll aufgebaut ist wie dieses hier.

Fazit:

"Geheimnis in Weiss" macht seinem Namen alle Ehre. Lange Zeit fragt man sich einfach, wo denn diese Erzählung hinführt. Jefferson Fahjeon hat ganz nach alter englischer Manier einen Cozy Krimi geschaffen, der zum Miträtseln einlädt und dadurch unterhält, dass er irgendwie auf eine charmante Art und Weise  altmodisch ist.

★ + 1/2

Kommentare:

  1. Hallo :)

    deine Beschreibung des Buches klingt interessant, vor allem die Beschreibung des Settings. Das macht direkt Lust auf Winter.

    LG,
    Julia

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  2. Huhu,

    ja nicht wahr? aber dieses Buch ist auch so schön winterlich und ganz angenehm zu lesen, einfach das passende wenn es draußen schneit und kalt ist ^^ Lg zurück

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