Donnerstag, 3. August 2017

Frühstück bei Tiffany

Kein & Aber Verlag 128 Seiten

Auf der Suche nach der passenden Sommerlektüre bin ich irgendwie auf Frühstück bei Tiffany gestoßen.  Es ist momentan auch einfach zu heiß, ich verbringe die Tage mit zugezogenen Vorhängen und Ventilator auf Stufe 5 zu Hause und schreibe eine Seminararbeit nach der anderen, da ist auch momentan einfach keine Zeit zum Lesen und Bloggen. Das bessert sich dann hoffentlich im September wieder ! Frühstück bei Tiffany hat nur wenige Seiten und ist sehr einfach zu lesen, das Buch konnte mich trotz schwachem Anfang dann letztendlich doch begeistern.


Inhalt:

Die Protagonistin Holly begleitet jeden Abend einen anderen Verehrer auf eine der vielen angesagten Partys der New Yorker Schickeria. Aber auch in Hollys Welt gibt es nicht nur gute Zeiten, denn wenn sie ab und zu das rote Elend mal packt, fährt  sie einfach zu Tiffanys, um sich glücklich zu kaufen oder einfach in der von ihr so geliebten Atmosphäre zu schwelgen. Denn das ist der einzige Ort, an dem sie sich sicher und geborgen fühlt. Holly ist ein Luxusgirl und träumt von einem Leben an der Seite eines Millionärs und gerade als sie ihn findet und der Traum kein Traum mehr bleibt, wird sie verdächtigt für einen Drogenboss gearbeitet zu haben. 

Meine Meinung: 

Frühstück bei Tiffany ist eine unterhaltsame Satire, die sich mit der Schickeria und Partyszene der alten Tage in New York beschäftigt. Zeitlich betrachtet befinden wir uns kurz nach dem zweiten Weltkrieg, der Wirtschaftsboom hat dafür gesorgt, dass jeder alles hat und dass die Reichen nur noch reicher geworden sind. In dieser Welt scheint es niemandem an etwas zu fehlen, außer an "echten Gefühlen". 

Die Protagonistin Holly verkörpert bitterböse das Lebemädchen, das sich von reichen Männern aushalten lässt und im Vergleich zum Film mit Audrey Hepburn ist die Protagonistin keine sympathische Zeitgenossin. Sie ist total oberflächlich, obwohl sie Bücher liebt und auf elegante Kleidung steht, hatte ich beim Lesen kein Faible für sie. Holly fühlt sich stets heimatlos, aber wenn man selbst nichts dagegen tut und versucht ein eigenes Leben aufzubauen, ist das ja nur verständlich. Mit der Hauptprotagonistin konnte ich einfach nichts anfangen. Aufgrund der Protagonistin entstand zumindest am Anfang bei mir das Gefühl, dass es sich bei diesem Buch um einen 0815 Roman handelt, der geschrieben wurde, um Frauenherzen zu befriedigen.

"...Wenn ich im richtigen Leben mal einen Ort finde, wo ich mich so fühle wie bei Tiffany, dann werde ich Möbel kaufen und dem Kater einen Namen geben. ..." - Holly Golighty

Das änderte sich aber mit dem Fortlaufen der Erzählung schlagartig. Truman Capote schreibt kritisch und satirisch über diese Szene, die ja tatsächlich exisitert haben muss und höchstwahrscheinlich auch noch heute in diesem Ausmaß zu finden ist. Capotes eigene Mutter gehörte ihr scheinbar auch an. Über den Autor steckt noch einiges mehr in diesem Buch, denn der namenslose Erzähler, schwul und als Schriftsteller tätig, stellt eine Anspielung auf den Autor selbst dar.

Den Film mit Audrey Hepburn hab ich übrigens nicht gesehen.

Insgesamt bietet das Buch eine kurzweilige Unterhaltung und eignet sich gut für heiße Sommertage am Strand oder Balkon, es beinhaltet die richtige Portion Satire und Kritik und liest sich einfach und entspannt weg. Es ist sogar ein leichter Hauch Spannung darin versteckt, weil man bis zum Schluss neugierig bleibt, was nun aus Holly wird, die einfach aus einer anderen Zeit stammt und so mit dem heutigen Feminismus und Bild der Frau nicht zu vereinbaren ist. Teilweise hatte ich sogar Mitleid mit ihr und hätte sie am liebsten in eine Schule eingeschrieben und gebildet XD. Auf den Schriftsteller selbst bin ich aber nun neugierig und da ich gesehen habe, dass auf der Rory Gilmore Reading Challenge auch sein Buch Kaltblütig vertreten ist, werde ich dieses bald auch lesen.

sehr lesenswert :)

Kommentare:

  1. Das Buch mochte ich ganz gerne, aber den Film fand ich tatsächlich stimmungsvoller. Vielleicht, weil er etwas "positiver" ausgeht. :) Daher kann ich dir den Film nur empfehlen, aber Truman Capote hat natürlich dennoch eine tolle Vorlage geschaffen!

    Genauso wie bei dir, steht "Kaltblütig" auch noch ganz oben auf meiner "will ich unbedingt noch lesen"- Liste. Es hört sich einfach wahnsinnig interessant an. Bin mir aber noch unsicher, ob ich es auf deutsch oder englisch lesen möchte...


    Liebe Grüße
    Karin

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  2. Liebe Karin !

    Oooh vielen Dank für den Tipp mit dem Film, ich war mir ja da nicht so sicher....aber vielleicht sollte ich ihn doch mal ansehen. Kaltblütig auf Englisch zu lesen hat auf jeden Fall seinen Reiz, ich bin ja generell der Meinung, dass man Bücher im im Original lesen sollte :) Wenn du es vor mir durch hast, bin ich schon auf deine Meinung gespannt ^^

    Lg an dich und schöne Sommertage

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