Mittwoch, 8. November 2017

Ensimmäinen murhani

passt auch gut in die Jahreszeit, das Buch spielt im Herbst :):):)

oder wie das Buch im Deutschen heißt Alle singen im Chor und es ist mein erstes Leena Lehtolainen Buch. Warum eigentlich? Wie bin ich bloß nicht schon früher auf diese charismatische Schriftstellerin gekommen? Ihre Krimis sind schon etwas älter und ich habe kaum einen Blog gefunden, der ein Buch der finnischen Schriftstellerin vorgestellt hat. Auf Phileas Blog dann entdeckte ich vor einigen Monaten einen Beitrag über Leena Lehtolainen und selbst nach dem Lesen dieses tollen Post hat es so lange gedeauert bis ich dann letztendlich tatsächlich ein Buch von Lehtolainen gelesen habe. Shame on me! Dafür habe ich jetzt die ersten fünf Teile günstig über einen Online-Flohmarkt erstanden und freue mich schon auf die Fortsetzung. 

Skandinavische Krimis sind nicht für Jedermann/frau. Man findet darin keine verschmitzte Miss Marple oder einen scharfsinnigen Super-Detektiv ala Sherlock Holmes. Die Ermittler aus dem hohen Norden sind gezeichnete Außenseiter und nicht selten komplett melancholisch und mit einer sozialen Kompetenz von Null ausgestattet. Antihelden sozusagen. In jeder Geschichte geht es primär um innere Konflikte und oft legen die Schriftsteller großen Wert auf gesellschaftskritische Elemente. Der Krimifall selbst bleibt meist nur an der Oberfläche. Dafür braucht es spezielle Figuren. Figuren mit einem eigenen Innenleben. Dabei ist der Krimi besonders sanft, blutige Details wird man darin kaum finden, dafür herrscht aber eine düstere, melancholische Stimmung und die ist nicht jedermanns Sache. 

Auch in Leena Lehtolainens Krimi Alle singen im Chor rückt die Protagonistin Maria Kallio in den Vordergrund. Natürlich handelt es sich bei dieser Ermittlerin um einen Sonderling par excellance. Mit 30 noch single, abgebrochenes Jurastudium und einer Vorliebe für alles, das nicht girly-girl ist, macht sich die junge Frau im Verlaufe des Tages so ihre eigene Gedanken. Diese fallen so total menschlich aus und machen die Figur der Kallio total lebendig. Sie denkt, was wir alle denken würden, wenn wir unkultiviert und mit einem Kater früh morgens in den Spiegel blicken. Dann wäre da auch noch die Tatsache, dass sie die einzige Frau auf der Polizeistation ist, nicht selten hat sie auch damit zu kämpfen und grübelt über Frauenrollen und Sexismus. Gleich ihr erstet Fall bringt sie in eine verzwickte Situation, als sie während ihrer Ermittlungen auf bekannte Gesichter aus ihrer Studienzeit trifft. Ein junger Mann wird im flachen Uferwasser der Ostsee gefunden und die Spuren führen zu einem Gesangschor, der ein Wochenende in einer finnischen Mökki (Holzhütte/Ferienhaus) verbracht hat. Sie alle sind eine verschworene Truppe, in ihrer Liebe zur Musik und in wechselnden Liebschaften miteinander verbunden. Und doch ist jemand aus der Truppe der Mörder. 

Maria Kallio ist eine Ermittlerin, die ich mir gerne als beste Freundin wünsche. Ich würde gerne mit ihr Bier trinken und Gedanken austauschen oder lange Spaziergänge im Regen machen. Genau wie ich mag sie dieses Wetter nämlich ganz gerne, weil andere Menschen dann aufgescheucht davonlaufen, sobald der erste Tropfen fällt und man hat die Landschaft für sich alleine. Ihr finnischer Humor ist bei mir gleich auf Sympathie gestoßen und ich konnte das Buch nach wenigen Seiten nicht mehr weglegen. So las ich in windeseile die erste Geschichte von Leena Lehtolainen und habe mich so ganz in ihre fiktive Welt um die Kommissarin Kallio verliebt. Dies liegt vielleicht auch daran, dass sie auch das normale, alltägliche Leben in Finnland einbezieht. Von ihr beschriebene Plätze der finnischen Hauptstadt Helsinki habe ich dann sofort wieder erkannt und die ein oder andere Eigenart der finnischen Mentalität hat mich wieder sehr zum Schmunzeln gebracht. Über die Schreibweise kann ich nur sagen, dass das Buch total einfach geschrieben ist, aber dafür bleibt die Erzählung konstant spannend. Bis zum Schluss fragt man sich, wie die Geschichte ausgeht und was aus den einzelnen Figuren werden wird, die genauso wie die Protagonistin selbst, total authentisch ausfallen und ganz real wirken. Der Autorin geht es in ihrer Lektüre vielmehr darum eine Geschichte zu erzählen, als einen Mordfall aufzubauschen und mit billigen Effekten den Leser dann seitenlang damit zu unterhalten. Lehtolainens Krimi hat Tiefgang und könnte so irgendwo tatsächlich passiert sein. Ich freue mich schon auf die anderen Teile und kann es kaum erwarten weiterzulesen :)

verschlungen!

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